Wirte zeigen sich solidarisch untereinander

LÜNEN Während sich in Nachbarstädten wie Dortmund, Bochum oder Münster Wirte anzeigen, weil in den Gaststätten des Konkurrenten gegen das Rauchverbot verstoßen wird, herrscht in der Lippestadt Ruhe unter den Gastronomen.

von Von Dieter Hirsch

, 11.07.2008, 07:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rauchen in Kneipen ist verboten. Aber die Wirte schwärzen sich in Lünen nicht gegenseitig beim Verstoß an.

Rauchen in Kneipen ist verboten. Aber die Wirte schwärzen sich in Lünen nicht gegenseitig beim Verstoß an.

Auch dem Trick mit dem „Raucherclub“ trauen die Lüner Gastwirte nicht so recht. Zaghafte Anfragen habe es gegeben, aber mehr nicht, so die Abteilung Öffentliche Ordnung  Der „Raucherclub“ hat seine Fallstricke. Wer den Club als Verein führt, braucht eine Vereinssatzung. Und der Verein muss einen Zweck formulieren. Das ist das Rauchen. Aber nicht das Trinken.

Wer also Getränke ausschenkt und das gewerblich, also mit dem Ziel, einen Gewinn zu erzielen, der verstößt gegen das Vereinsrecht – streng genommen. Allerdings: „Die Verabreichung von Speisen und Getränken in kleinerem Umfang ist möglich“ heißt es in einem Flyer.

Raucherclub muss Einlass kontrollieren

Der Raucherclub muss eine echte Mitgliederstruktur haben. Das heißt, der Mitgliederstand muss bekannt bzw. abrufbar sein. Das bedeutet weiter, dass die Mitgliedschaft nicht am Eingang durch das Lösen einer Eintrittskarte einmalig für den Abend erworben werden kann.

Der Wirt muss Einlasskontrollen durchführen und darf nur Mitglieder hereinlassen. Laufkundschaft muss leider draußen bleiben. Also alles recht kompliziert – aber auch kaum zu kontrollieren.

So warten die Ordnungsbehörde und die Wirte der knapp 200 Schank- und Speisegaststätten in Lünen – davon übrigens 83 Einraumkneipen – sehnlichst auf das Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes, das jetzt im Juli erwartet wird und für mehr Klarheit sorgen soll. 

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