Wird abgeholzt, muss auch neu gepflanzt werden: Stadt Lünen hat klare Regeln

dzAusgleichsflächen

Wird für ein Bauvorhaben Wald oder Gebüsch gerodet, muss dafür Neues angepflanzt werden. Die Politik sagt: Das geschieht zu oft außerhalb Lünens. Stimmt nicht, entgegnet die Stadt.

Lünen

, 27.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie so oft in der Verwaltung ist die Ausgangslage simpel und die Umsetzung kompliziert. Einfach ist: Wenn zum Beispiel für einen Neubau Bäume oder Büsche abgeholzt werden, muss dafür Ersatz geschaffen werden, sogenannte Ausgleichsflächen.

Ausgleichsflächen in Werne

Zuletzt war das im Ausschuss für Stadtentwicklung Thema, als es um das Millionenprojekt des Bauvereins an der Preußenstraße ging. Die Ausgleichsflächen, hieß es da, würden in Werne geschaffen. Das wiederum rief die Politik auf den Plan. Warum Werne? Schließlich sollten die Ausgleichsflächen wenn möglich in der Nähe geschaffen werden. Und das würde in letzter Zeit immer häufiger missachtet.

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Aber stimmt das? Nein, sagt die Stadt Lünen. Zumindest nicht, wenn es um Projekte der Stadt Lünen geht. In der Tat legt da ein politischer Beschluss aus dem Jahr 2001 fest: „Ausgleichsflächen sind vorrangig innerhalb eines Bebauungsplanes darzustellen…“. Stadtsprecher Benedikt Spangardt ergänzt: „In weiteren Vorlagen und Beschlüssen wurde die stufenweise Ausweitung der Suchräume innerhalb des Stadtgebietes behandelt.“ Deshalb greife die Stadt auch immer auf Flächen im Stadtgebiet zurück. Geht das nicht, greife die Stadt auch mal auf ihr Ökokonto zurück.

Die Sache mit dem Ökokonto

Hier wird es schon etwas vertrackter: Auf das Ökokonto kann die Gemeinde im Voraus sozusagen Flächen einzahlen. Steht dann ein Eingriff in die Natur an, kann sie auf dieses Konto zurückgreifen. „Sämtliche Flächen, die für die Ökokonten entwickelt wurden, befinden sich im Stadtgebiet Lünen“, sagt Spangardt.

Alternativ seien auch Ersatzgeld-Zahlungen möglich, diese Möglichkeit werde in Lünen jedoch selten genutzt. Wie groß der Eingriff ist und wie hoch die Kompensation ausfallen muss, wird mit einem komplizierten Verfahren jeweils berechnet.

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Spangardt: „In Lünen wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Flächen aufgeforstet. Außerdem wurden extensives Grünland und Sukzessionsflächen entwickelt und es wurden Hecken, Bäume sowie eine Obstwiese angepflanzt. Auch Dachbegrünung kann Bestandteil von Ausgleichsmaßnahmen sein.“

Nicht nur die Stadt muss Ausgleichsflächen schaffen, auch private Investoren - wie zum Beispiel der Bauverein beim Projekt an der Preußenstraße. In solchen Fällen sei es möglich, dass Flächen auch außerhalb Lünens genutzt werden, sagt Spangardt.

Konkurrenz mit der Landwirtschaft

Bei der Suche nach Ausgleichsflächen kommt es häufig zur Konkurrenz mit landwirtschaftlich genutzten Flächen, bestätigt Spangardt, die Stadt greife überwiegend auf Ackerflächen oder Intensivgrünland zurück. Schon höherwertige Flächen könnten kaum weiter aufgewertet werden - sie als Ausgleichsflächen zu nutzen ergäbe keinen Sinn.

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