Wie die Kultur wieder stärker ins öffentliche Blickfeld von Lünen rücken will

Pläne der Fördervereine

Wie kann die Kultur in Lünen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken? Darüber haben sich Mitglieder zweier Fördervereine Gedanken gemacht - und gleich mehrere Ideen entwickelt.

27.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Wie die Kultur wieder stärker ins öffentliche Blickfeld von Lünen rücken will

Das Saxophon-Quartett der städt. Musikschule nahm an der jüngsten „Saite an Seite“-Veranstaltung teil. © Beuckelmann

Einer allein kommt nicht weit - das haben auch die Fördervereine von Stadtbücherei und Musikschule mit der Zeit gelernt. Zwar ist es ihnen möglich, ihren jeweiligen Zweck zu unterstützen. „Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass zum Beispiel Leute in Lünen fragen, wo die Bücherei eigentlich ist“, erzählt Iris Streich, Schriftführerin im Förderverein der Stadtbücherei.

Das Beispiel steht symptomatisch für die Kultur in Lünen: Sie ist zwar da, aber niemand nimmt sie wahr. Wobei: Niemand ist auch nicht ganz richtig. „Unsere Lesecafés sprechen insgesamt rund 150 Leute an“, ist Peter Strube überzeugt. Er ist in den Fördervereinen für die Bücherei und die Musikschule engagiert. Das Angebot des Fördervereins existiert seit fünf Jahren und hat mittlerweile eine klare Struktur entwickelt: vier Termine, unter einem Oberbegriff zusammengefasst - 2019 sind es die „Vier Elemente“ -, an denen jeder Teilnehmer etwas vortragen kann. „Das Format funktioniert und ermutigt uns, weiter in diese Richtung zu denken“, so Strube.

Osteuopa im Mai, Westeuropa im November

Aus diesem Denken ist das Format „Saite an Seite“ entstanden - eine Kooperation der Fördervereine Stadtbücherei und Musikschule. Nicht nur Texte, sondern auch Musik aus europäischen Kulturen soll die Veranstaltung ihren Besuchern näher bringen. „Ergänzt wird das Ganze durch kulinarische Angebote, die natürlich ebenfalls mit den jeweiligen Themenländern korrespondieren“, so Struwe. Am 8. Mai findet die dritte Auflage von „Seite an Saite“ statt, Thema in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule ist dann Osteuropa. Im November folgte in der Herz-Jesu-Gemeinde Westeuropa, 2020 sollen sich zwei weitere Veranstaltungen um Russland und um das deutschsprachige Mitteleuropa drehen.

Bisher seien die Veranstaltungen nach Angaben der Organisatoren mit 60 bis 100 Gästen sehr gut besucht gewesen - ein weiterer Ansporn, die Zusammenarbeit zwischen den Fördervereinen zu intensivieren. „Wir werden die Gelegenheit nutzen und uns gemeinsam auf dem Kirchentag in Dortmund präsentieren“, sagt Peter Strube. Dies sei eine hervorragende Gelegenheit, um mehr Aufmerksamkeit für die gemeinsame Arbeit zu bekommen. „Außerdem nehmen wir mit ,Saite an Seite‘ an zwei Landeswettbewerben teil. Allein schon dafür zugelassen zu werden, ist bereits ein großer Erfolg für dieses Projekt.“

Kooperation auf andere Vereine ausweiten

Doch bei dieser Doppel-Kooperation soll es nach dem Wunsch der Verantwortlichen nicht bleiben. Gerne würden sie die Zusammenarbeit auch auf andere Felder ausweiten - zum Beispiel den Förderverein des Theaters oder die Auslandsgesellschaft. „Eine übergreifende Kooperation der Kulturfreunde und -schaffenden würde der Kultur selbst in Lünen mehr Gewicht geben“, ist Iris Streich überzeugt. Wobei sie betont, dass in diese Richtung noch keine Anstrengungen unternommen wurden: „Es ist eine Idee, die wir mit den jeweiligen Vorständen besprechen müssen.“

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Große Hoffnung setzt der Förderverein Stadtbücherei auch in den Umzug der Bücherei in die noch zu renovierende Persiluhr-Passage. Das würde zumindest dazu führen, dass in Lünen nicht mehr so viele Menschen fragen müssen, wo denn die Bücherei eigentlich ist.

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