Wenig Resonanz auf das Dialogangebot der Lüner Muslime

Offene Moschee

Das Angebot war üppig, die Nachfrage äußerst gering. Zumindest in die Lüner Selimye-Moschee in der Roonstraße kamen bis zum Mittwochnachmittag nur wenige Besucher.

Lünen

, 04.10.2018, 11:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wenig Resonanz auf das Dialogangebot der Lüner Muslime

Imam Süleyman Karayel (r.) weihte die Schulkinder in die Geheimnisse des Korans ein. © Michael Blandowski

„Wir bieten heute mehrere Führungen durch unser Gotteshaus an. Mit der Vorstellung des Islams möchten wir Vorurteile gegenüber dem Koran und christlichen Religionen abbauen und eine Brücke zu den Bürgern schlagen“, erklärte Imam Süleyman Karayel die Zielsetzungen während eines Rundgangs.

Mit einer Gebetsnische in Blickrichtung Mekka, einer Vortrags- und Predigtkanzel, einem Podium mit einer Gebetsrufergalerie (fünfmal am Tag erfolgt der Gebetsruf) sowie einer großen Gebetsfläche für Männer verfügt die größte Lüner Moschee im Erdgeschoss über alle wichtigen Bestandteile für das Gebet zu Allah.

Die fünf Säulen des Islam

Der teilnehmenden Schülergruppe, größtenteils bestehend aus syrischen Flüchtlingskindern, skizzierte der Imam die fünf Säulen des Islams: Das Glaubensbekenntnis, das fünfmalige Beten am Tag, die sogenannte Almosensteuer beziehungsweise eine Spende, das Fasten im Ramadan sowie eine Reise nach Mekka, einmal zu Lebzeiten, gehören dazu. Aber auch der Glaube zu Allah, an die Propheten, an das Schicksal, an die Engel, an das Jenseits sowie an die heiligen Bücher seien im Islam wichtige Bausteine.

Wenig Resonanz auf das Dialogangebot der Lüner Muslime

Imam Süleyman Karayel präsentierte beim "Tag der offenen Moscheen" den Koran in 19 verschiedenen Sprachen. © Michael Blandowski

Ein wenig abseits des Gebetsraumes konnten nicht nur die Gläubigen einen Einblick in die ausgelegten Koranbücher werfen und sich selbst ein eigenes Meinungsbild darüber verschaffen. Die Exemplare gab es sogar in 19 verschiedenen Sprachen. „Ich denke, der Koran und das Christentum gleichen sich an. Der augenblickliche Terror vereinbart sich nicht mit dem Islam“, so die Meinung von Besucherin Manuela Stichler aus der evangelischen Kirchengemeinde St. Georg.

Dialog und Miteinander fördern

„Wir sind stets offen für Nichtmuslime. Wir möchten zusammenkommen mit andersgläubigen Menschen und den Dialog sowie das Miteinander fördern“, schlug sich der Imam auf die Seite der Besucherin. Die Platzierung der Veranstaltung innerhalb der „Interkulturellen Woche“ sei nach Auffassung des Gastgebers durchaus sinnvoll.

Neben der Selimye-Moschee öffneten am Tag der Deutschen Einheit auch die Ulu Moschee in Brambauer sowie die VIKZ-Moschee in Gahmen ihre Pforten und luden parallel zu einem „Tag der offenen Moscheen“ ein.
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