Über 500 Grundschullehrer und Kita-Beschäftigte sind am Freitag (12.3.) in Lünen mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft worden. Die meisten Mitarbeiter waren am Montag wieder am Start. Vereinzelt gab es Krankschreibungen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Impfung

Wenig Impfreaktionen auf AstraZeneca in Lünen: Weitere Termine aber unklar

Nach der Corona-Impfung mit AstraZenca in Lünen gab es einige Krankenscheine und auch leichte Impfreaktionen. Jetzt hat der Bund den Impfstoff ausgesetzt. Damit sind weitere Termine unklar.

Die Eltern waren vorgewarnt. Es könnte am Montag (15.3.) aufgrund von möglichen Impfreaktionen zu Unterrichtsausfällen oder Personalmangel in der Kita kommen. Denn 520 Beschäftigte von acht Grund- und Förderschulen sowie aus 14 Kitas und der Tagesbetreuung hatten am Freitag (12.3.) in einer Großaktion im Gemeindehaus St. Norbert die Impfung gegen Corona bekommen. Geimpft wurde mit AstraZeneca. Es habe Impfreaktionen gegeben, die über das Wochenende weitgehend abgeklungen seien. An drei Schulen haben sich vier Personen krank gemeldet.

Dass der Bund drei Tage später die Impfungen mit AstraZenecat ähnlich wie Dänemark vorsorglich aussetzt, konnte am Freitag noch niemand ahnen. Das Paul-Ehrlich-Institut halte nach neuen Meldungen von Thrombosen weitere Untersuchungen für notwendig, hieß es.

Impftermin für 19. März abgesagt

Darauf hat der Kreis Unna noch am Montagnachmittag reagiert. Da die Prüfungen über die Vorkommnisse im Zusammenhang mit AstraZeneca nicht in dieser Woche abgeschlossen sein würden, werden alle weiteren Impftermine mit AstraZeneca in dieser Woche abgesagt, zitiert Stadtsprecher Benedikt Spangardt den ärztlichen Leiter des Impfzentrums in Unna. Die mobilen Impfteams werden in dieser Woche nicht im Einsatz sein, auch die für Freitag (19.3.) geplante Impfaktion für weitere 500 Grundschullehrer und Kita-Beschäftigte fällt aus. Was mit dem zweiten Impftermin sein wird, ist unklar.

Einer, der sich am Freitag mit AstraZeneca hat impfen lassen, ist Matthias Flechtner. Der Leiter der Leoschule berichtet aus seinem Kollegium von leichten Reaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Es habe Jüngere wie Ältere getroffen. Er selbst habe nur etwas Druck an der Einstichstelle gespürt. Am Montag sei das komplette Team allerdings wieder in der Schule gewesen. „Der Impftermin Freitag war gut gewählt“, sagt Flechtner, so habe man sich am Wochenende erholen können.

„Keine großen Sorgen“

Wenig später kam die Nachricht aus Berlin zum Aussetzen von AstraZeneca. „Ich mache mir keine großen Sorgen“, sagt Flechtner. Er habe sich auf der Seite des Paul-Ehrlich-Instituts informiert. Es bestehe ja lediglich die Vermutung, dass es einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen und der Impfung geben könnte. Flechtner warte jetzt den Stand der weiteren Entwicklung ab.

Heidi Sumann, Leiterin der Viktoriaschule, schildert die Impfreaktionen so: „Ein bisschen schlapp und Gliederschmerzen. Am Sonntag war schlagartig alles wieder gut.“ Am Montag seien alle fit und guter Dinge zum Wechselunterricht erschienen. „Es hat super geklappt“, ist ihre Bilanz. Auch aus der Osterfeldschule heißt es: „Es fehlt niemand.“ Einige hätte wohl am Wochenende Kopfschmerzen oder eine Art Muskelkater im Arm gespürt, hat Schulleiterin Iris Lüken erfahren.

Von leichten Impfreaktionen und vereinzelten Krankschreibungen berichtet Dr. Arne Krüger. Nach 48 Stunden würden Dreiviertel der Impfreaktionen abklingen, sagt er. In den nächsten Tagen sei es damit vorbei. In der letzten Woche seien in Lünen 700 Menschen mit AstraZeneca ohne nennenswerte Probleme geimpft worden.

Die Impfungen von Mitarbeitern von Grundschulen und Kitas sind in Lünen beim ersten Termin gut verlaufen. Der  zweite Impftermin am Freitag, 19. März, fällt aus. Der Bund hat das Impfen mit AstraZeneca ausgesetzt.
Die Impfungen von Mitarbeitern von Grundschulen und Kitas sind in Lünen beim ersten Termin gut verlaufen. Der zweite Impftermin am Freitag, 19. März, fällt aus. Der Bund hat das Impfen mit AstraZeneca ausgesetzt. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Beschäftigte aus 14 Kitas waren am Freitag auch dabei. Fünf der Kitas sind in städtischer und neun in unterschiedlicher Trägerschaft. Benedikt Spangardt, Pressesprecher Stadt Lünen, erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Wir merken, dass es Auswirkungen gibt, aber der Betrieb ist nicht wesentlich eingeschränkt.“ Eine Gruppe der Kita Diesterwegstraße 7c musste am Montag geschlossen bleiben, da sich eine Mitarbeiterin aktuell krank gemeldet hatte. Eine andere fehlte schon vorher.

Die Stadt werde die Vorbereitungen für weitere Impfungen so weit wie möglich abschließen, so Spangardt. Sobald es wieder losgehen könne, wolle man entsprechend reagieren können. Die für Dienstag (16.3.) angesetzten rund 180 Termine im Impfzentrum des Kreises Unna, bei denen AstraZeneca geimpft werden sollte, müssen verschoben werden. Alle betroffenen Personen werden durch den Kreis per E-Mail über die Absage benachrichtigt und erhalten später einen Ersatztermin. Wann und mit welchem Impfstoff dieser stattfinden kann, ist noch offen.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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