Weitere Zeugin sagt gegen Angeklagten aus: Nichts Gutes zu berichten

dzVergewaltigung in Oberaden

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 15-Jährigen in Oberaden sagt eine weitere Zeugin aus. Auch diese Frau weiß nichts Gutes über den Angeklagten zu berichten.

Lünen

, 05.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vernehmung der 36-jährigen Zeugin aus Kamen war nötig geworden, weil die Ex-Freundin des Angeklagten zuletzt bei ihrer eigenen Video-Befragung für Aufsehen gesorgt hatte. Als die Richter die Vernehmung eigentlich schon beenden wollten, hatte die Polin erklärt, sie könne noch zwei weitere Frauen benennen, denen der Angeklagte Schlimmes angetan habe.

Zeugin hatte keine Beziehung

Die erste dieser Frauen musste nun am Montag (5.10.) in Saal 23 des Dortmunder Landgerichts erscheinen. Die 36-Jährige gab an, den Angeklagten tatsächlich zu kennen. Selbst habe sie aber nie eine Beziehung oder ein sexuelles Verhältnis mit ihm gehabt.

Die Zeugin wusste dennoch Interessantes zu berichten. Denn sie kannte einmal eine Arbeitskollegin, die mit dem Angeklagten liiert war. „In dieser Beziehung gab es wohl öfter mal Stress“, sagte die 36-Jährige den Richtern. Ins Detail sei ihre Arbeitskollegin zur damaligen Zeit allerdings noch nicht gegangen.

Kontakt nach Presseberichten

Das änderte sich allerdings offenbar, als die Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden publik wurde und sowohl die 36-Jährige und ihre Arbeitskollegin von dem Fall in der Zeitung lasen. „Da hat sie noch einmal Kontakt mit mir aufgenommen und mir von ihrer Beziehung erzählt“, sagte die Zeugin am Montag.

Auf die Frage, ob ihre Kollegin von Gewalttätigkeiten des Angeklagten berichtet habe, antwortete die Kamenerin mit einem eindeutigen „Ja“. Und die wusste sogar noch mehr: „Sie sagte mir, dass der Angeklagte auch sie vergewaltigt hätte.“

Richter wollen weitere Zeugin

Die Richter wollen nun natürlich alles daran setzen, auch die Arbeitskollegin zu einer Zeugenaussage ins Dortmunder Landgericht zu bekommen. Doch dies könnte sich als schwierig erweisen, weil auch diese Frau inzwischen zurück in ihre polnische Heimat gezogen ist.

Schon am Montag hätte sie eigentlich anreisen sollen, wurde aber von dem Reisebus-Unternehmen, das sie sich ausgesucht hatte, ausgebremst. Am Telefon sagte sie dem vom Gericht eingeschalteten Dolmetscher: „Der Bus ist nicht gefahren, deshalb konnte ich hier nicht weg.“

Vernehmung Ende Oktober?

Die Vernehmung der Frau soll nun Ende Oktober nachgeholt werden. Sollte das klappen, könnte anschließend der Psychiater sein Gutachten über den Angeklagten erstatten. Von dem Ergebnis wird eine Menge abhängen. Immerhin steht die Unterbringung des Mannes in der Sicherungsverwahrung im Raum.

Mit den Plädoyers wäre dann am 19. November zu rechnen. Und wenn alles klar geht, wollen die Richter am 24. November das Urteil gegen den geständigen Vergewaltiger sprechen

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