Meinung

Weiter berichten, Hoffnung nicht verlieren

Dass wir der Nachrichten zum Coronavirus müde werden, ändert nichts an der Schlagkraft der Pandemie. Wichtig ist, weiter zu berichten, findet unsere Autorin. Und die Hoffnung nicht zu verlieren.
Die Pandemie tut niemanden gut. Aber wir sollten die Hoffnung nicht verlieren, findet unsere Autorin. © Marie Rademacher

Die Seele leidet noch immer. Diesen Satz hat Ulrike Hirschberg gesagt, die sich vor einem Jahr als eine der ersten in Lünen mit Corona angesteckt hat. „Die Seele leidet noch immer.“ Der Satz hallte in mir nach, nachdem ich ihre Geschichte gelesen hatte. Irgendwie fasst er die Situation rund ein Jahr nach Ausbruch der Krise so gut zusammen zusammen. So viel leidet im Moment. Oder nicht nur im Moment: so lange schon.

Ich weiß nicht, wie oft ich als Redakteurin in den vergangenen zwölf Monaten das Wort „Corona“ geschrieben habe. Unzählige Male. Und – wie alle – wünsche ich mir täglich, dass das alles bald ein Ende hat. Natürlich bezogen auf mein Privatleben – aber durchaus auch auf den Beruf. Keine Symbolbilder mehr aus dem Test-Labor, keine Nachrichten von Insolvenzen, nicht mehr die täglichen Meldungen von Neuinfektionen, Mutationen, Verstorbenen.

Aber das ist Wunschdenken. Dass wir der Nachrichten rund um Corona müde werden, ändert nichts an der Tatsache, dass die Pandemie immer noch fast alle Bereiche des Alltags bestimmt. Es ist also wichtig, dass wir weiter unseren Job machen und dem großen Informationsbedürfnis gerecht werden. Und dazu gehören ausdrücklich auch solche Geschichten wie die von Ulrike Hirschberg. Weil sie nicht nur betroffen, sondern auch Hoffnung machen. Die Pandemie tut gerade niemandem gut. Niemandem. Aber es wird auch wieder eine Zeit danach geben. Und – hoffentlich – Gelegenheit, dass die Seele sich wieder erholen kann.

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