Der Schnee verschwindet langsam - die Gefahr auf den Straßen in Lünen bleibt jedoch vorerst. © Viktoria Michelt
Straßenverkehr

WBL wollen beim Winterdienst nacharbeiten, keine Glätte-Gefahr in Lünen

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Montag zunächst Glättegefahr in Lünen gemeldet. Bei den Wirtschaftsbetrieben ist man jedoch entspannt und will stattdessen weitere Straßen vom Eis befreien.

Eigentlich sollen die Temperaturen in dieser Woche deutlich über dem Gefrierpunkt bleiben. Das bedeutet jedoch nicht, dass es mit dem Winter vorbei ist. Im Gegenteil: Am Montag (15. Februar) war für Lünen Niederschlag angesagt. Da die Temperaturen in Bodennähe teilweise noch unter dem Gefrierpunkt liegen, warnt unter anderem der Deutsche Wetterdienst vor Glatteis auf den Straßen. Autofahrer sollten also besonders vorsichtig sein – selbst dann, wenn die Straße vor ihnen gar nicht vereist aussieht. Das Wetter hält die gesamte Woche an: Mit Ausnahme von Mittwoch rechnet der Wetterdienst täglich mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent für Lünen.

Nicht alle Anwohnerstraßen werden geräumt

Am frühen Nachmittag hob der Deutsche Wetterdienst die Glatteis-Warnung wieder auf. Für den Leiter der Stadtreinigung bei den Wirtschaftsbetrieben Lünen (WBL), Thomas Möller, kam das nicht überraschend. „Wir stehen ohnehin im engen Kontakt mit der Wetterstation in Waltrop. Dort war zwar auch Regen angesagt, weil die Temperaturen um die 4 Grad plus liegen sollen, gab es keine Ankündigung für Glatteis.“

Wenn es denn doch zu Straßenglätte kommen sollte, sei man vorbereitet, so Möller. Die aktuelle Situation spiele den WBL in die Karten: „Dort, wo wir am Wochenende Salz gestreut haben, hat sich eine Art Sole auf den Straßen gebildet. Da die Rinnen noch vereist sind, kann sie nicht abfließen.“ Sollte es vom Boden her Frost geben, würde die Sole an den betroffenen Stellen Glatteis verhindern.

Salz statt Streugranulat auf den Hauptstraßen

Die WBL hatten am Wochenende ihre Strategie geändert und die Hauptstraßen intensiver geräumt, dazu war man von Streugranulat auf Salz umgestiegen. „Jetzt machen wir uns langsam an die Nebenstraßen und schauen, dass wir auch dort vorankommen“, so Möller. Teilweise müsse noch manuell geräumt werden, vor allem auf den Radwegen.

„Insgesamt hoffen wir, dass wir bis Samstag alles nachgearbeitet haben.“ Wobei Möller auch erklärt, dass bestimmte Anwohnerstraßen, vor allem Sackgassen, nicht bedient werden können, „weil es dort irgendwann schlichtweg auch technische Probleme geben würde“.

Auf den Hauptstraßen sehe es mittlerweile deutlich besser aus. „Wobei uns unter anderem die Cappenberger Straße, die Alstedder Straße und die Münsterstraße Sorgen machen. Denn dort gibt es einige Stellen, die leider immer noch nicht so aussehen, wie wir uns das wünschen würden.“ Die Gründe dafür seien nicht bekannt, die WBL seien auf Spurensuche.

Schneeschmelze ein eher langsamer Prozess

Neben dem Regen wird in den kommenden Tagen zusätzlich auch Schmelzwasser verstärkt auf den Straßen zu finden sein. Bei Temperaturen von bis zu 11 Grad, die beispielsweise am Donnerstag (18.2.) erwartet werden, verschwinden die Schneeberge an den Straßenrändern langsam, aber stetig. Zum Glück, wie Anne-Kathrin Lappe vom Lippeverband erklärt: „Die Schneeschmelze ist ein eher langsamer Prozess, so dass wir relativ entspannt auf die Pegel schauen können.“

Ähnlich ist die Lage beim Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL): „Zu Problemen für das Kanalsystem wird es nicht kommen“, sagt Betriebsleiterin Daniela Fiege mit Blick auf Schmelzwasser, das in die Kanäle fließt. „Der Schnee taut langsam und das Wasser fließt nach und nach, wie bei einem lang andauernden Regen.“

Die Appelle anderer Städte an ihre Bürgerinnen und Bürger, Kanaldeckel freizuschaufeln, um das Wasser besser abfließen zu lassen, hält Daniela Fiege nicht für sinnvoll – zumal man die Deckel derzeit gar nicht sehen könne: „Es ist für den Bürger ein Gefahrenpunkt, wenn er sich auf der Straße aufhält, um nach Straßenablauf zu suchen.“ Viel besser wäre es sobald es taut und dem Bürger auffällt, dass sich irgendwo größere Wassermengen sammeln dem SAL anzurufen: „Wir erledigen dann das Freischaufeln des Straßenablaufes.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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