Waldschmiede in Cappenberg wird abgerissen

CAPPENBERG Das Aus für die Gaststätte Waldschmiede Aschhoff an der Borker Straße in Cappenberg ist besiegelt: In wenigen Wochen wird es abgerissen. Damit geht eine über 130 Jahre alte Geschichte dieses Anwesens zu Ende.

von Von Günther Goldstein

, 28.07.2008, 14:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die alte Gaststätte vorne und das dahinter liegende Gebäude der ehemaligen Schmiede Schlief werden aus dem Cappenberger Ortsbild verschwinden.

Die alte Gaststätte vorne und das dahinter liegende Gebäude der ehemaligen Schmiede Schlief werden aus dem Cappenberger Ortsbild verschwinden.

Es setzte eine rasche Entwicklung ein und bereits 1898 wurde der Saal angebaut, in dem 1911 und einem zusätzlichen Festzelt das Schützenfest stattfand. Es folgten die Aufstockung um zwei Etagen und 1927 der Anbau der Bühne an den Saal. Im gleichen Jahr wurde die dahinter befindliche Schmiede durch einen Brand vernichtet, nach einer Zeit aber wieder aufgebaut. In seiner heutigen Form übernahmen Willi und Hedwig Aschhoff den Gasthof in den 1950er Jahren. Er wurde so wieder zum intensiv genutzten Versammlungsort für die örtlichen Vereine, Gruppen und Parteien. Der gute Geist des Hauses war Fräulein Hilde Aschhoff, allen als „Tante Hilde“ bestens vertraut und zusammen mit Max Aschhoff steter Ansprechpartner hinter dem Tresen, vor dem sich die Cappenberger nicht nur zu einem Feierabend-Bierchen einfanden.

In Erinnerung geblieben sind auch die humorvollen Auftritte der Kolping-Spielschar und der Gesang des Freiherr-vom-Stein-Chores auf der kleinen Bühne. 1983 zog sich die Familie Aschhoff aus dem Geschäft zurück, es folgten in unterschiedlichen Abständen verschiedene Pächter. Zum Jahrtausendwechsel versammelten sich noch einmal viele Cappenberger zu einer gemeinsamen Feier in dem großen Saal und begrüßten 2000 mit einem langen Feuerwerk.

Aber der alte Bau war so in die Jahre gekommen, dass die immer größer werdenden Probleme mit seiner Bausubstanz das Ende herbei führten. Seit Februar 2005 blieben die Zapfhähne trocken. Nach dem Abriss wird die Fläche zunächst eingegrünt. Die dahinter liegende Schmiede wird dem Gasthof im nächsten Jahr folgen. Über eine weitere Nutzung des Grundstückes ist noch nicht abschließend entschieden. 

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