Vorwurf: Bauunternehmer sollen Millionenschaden angerichtet haben

Landgericht Dortmund

Mit falschen Rechnungen und nicht angemeldeten Arbeitern sollen zwei Bauunternehmer aus Lünen einen Millionenschaden angerichtet haben. Sie zu überführen, dürfte jedoch schwierig werden.

Lünen

, 02.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Vorwurf: Bauunternehmer sollen Millionenschaden angerichtet haben

Bauarbeiter sollen als Scheinselbständige von betrügerischen Unternehmern aus Lünen beschäftigt worden sein (Symbolbild). © Guilherme Cunha / Unsplash

Die Angeklagten stammen aus Polen - genauso wie der Großteil der Arbeiter, die zwischen 2009 und 2015 für sie tätig waren. Die Hilfskräfte sollen bei Heimatbesuchen angeworben und zum Umzug nach Deutschland überredet worden sein.

Laut Staatsanwaltschaft eröffneten die Bauarbeiter hier eigene Ein-Mann-Betriebe. In Wirklichkeit sollen sie jedoch alles andere als selbstständig gewesen sein. Offenbar arbeiteten sie nur für einen einzigen Auftraggeber und mussten sich von diesem auch sagen lassen, auf welcher Baustelle sie zu welchem Zeitpunkt auftauchen sollten. Derartige Arbeitsverhältnisse bezeichnet die Staatsanwaltschaft als „scheinselbstständig“. Eigentlich hätten die Arbeiter nämlich offiziell angemeldet und sozialversichert werden müssen.

Die beiden Angeklagten wollen sich im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht nicht zu den Vorwürfen äußern. Das macht es für die Richter natürlich nicht leichter. Zumal das gesamte Verfahren bisher unter keinem glücklichen Stern steht. Der mutmaßliche Erfinder dieses angeblich betrügerischen Systems ist nämlich bereits verstorben. Und der ehemalige Steuerberater der beiden Lüner, der wegen Beihilfe angeklagt werden sollte, ist so schwer erkrankt, dass sein Verfahren vorerst abgetrennt werden musste. Mit einer Zeugenaussage des Mannes dürfen die Richter deshalb auch nicht rechnen.

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