Die Spieler der SG Gahmen (rote Trikots) müssen sich auf einen neuen Sportlichen Leiter einstellen. © Timo Janisch
Nach Tekin-Rücktritt

Vorsitzender der SG Gahmen im Interview: „Wir müssen jetzt von vorne anfangen“

Es sind komplizierte Zeiten bei der SG Gahmen. Im Interview äußert sich der erste Vorsitzende Ibrahim Ünal daher nun zum Rücktritt von Hüseyin Tekin und zu den Planungen für die kommende Saison.

Der zweite Geschäftsführer? Tritt zurück. Der Sportliche Leiter? Räumt im Sommer ebenfalls seinen Posten. Die Hoffnungen auf den Bezirksliga-Aufstieg? Sind wohl geplatzt. Der SG Gahmen um den ersten Vorsitzenden Ibrahim Ünal stehen momentan unruhige Zeiten ins Haus.

Im großen Interview erklärt Ünal deshalb jetzt, was die jüngsten Entwicklungen für seinen Verein bedeuten und welche Folgen vor allem der angekündigte Rücktritt des Sportlichen Leiters Hüseyin Tekin für die SG Gahmen haben wird. Im Mittelpunkt: der Umgang mit der Kaderplanung.

Herr Ünal, die SG Gahmen hatte in den vergangenen Jahren gute Chancen auf den Aufstieg. Die Corona-Pandemie verhinderte allerdings einen normalen Saisonverlauf. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation und insbesondere auch die endgültige Annullierung der Spielzeit ein?

„Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Das ist ja kein Geheimnis. Wir haben in unserer Entwicklung jetzt zwei Jahre verloren, auch durch Entscheidungen von offizieller Seite. Aktuell schmerzt der verpasste Aufstieg in diesem Jahr fast noch mehr als der Ausgang der letzten Saison.“

Ihr Verein hat in der letzten Woche offiziell Einspruch gegen die Saison-Annullierung eingelegt. Was erhoffen Sie sich von diesem Vorgehen?

„Wir sind diesen Schritt gegangen, weil der Verband den Vereinen einfach keine Lösung in Sachen Aufstieg angeboten hat, obwohl von einer solchen im Vorfeld die Rede war. Deshalb hoffen wir jetzt darauf, mit unserem Einspruch eine derartige Regelung realisieren zu können. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.“

Hüseyin Tekin hat nun angekündigt, als Sportlicher Leiter der SG Gahmen im Sommer zurückzutreten, sollte es keine Aufstiegsregelung geben. Wie beurteilen Sie seinen Entschluss?

„Ich kann seine Entscheidung verstehen. Der Frust sitzt wirklich tief und wir müssen dann jetzt akzeptieren, dass sich Hüseyin so entschieden hat. Wir verlieren mit ihm nach Musa (Sagculu, zweiter Geschäftsführer der SGG, Anm. d. Red.) das zweite Vorstandsmitglied. Das ist sicherlich schwierig und wir werden von vorne anfangen müssen.“

Sie sprechen es an. Inwieweit kann der Verein die entstehenden Lücken im Vorstand kompensieren?

„Für Musa haben wir bereits einen Nachfolger gefunden, den wir zu gegebener Zeit auch publik machen werden. Bei Hüseyin habe ich die Hoffnung tatsächlich noch nicht ganz aufgegeben.“

Inwiefern?

„Naja, es ist alles gerade sehr kompliziert und ich hoffe, dass wir uns gemeinsam vielleicht noch einmal hinsetzen und eventuell eine andere Lösung finden können. Wir müssen es auf jeden Fall versuchen, denn so eine Person wie Hüseyin lässt man nicht einfach gehen. Er ist einfach ein hervorragender Sportsmann und hat viel Herzblut in die Mannschaft gesteckt, aber natürlich sind wir da auch nicht gerade hoffnungsvoll. Wir haben auf jeden Fall einen Plan B in der Tasche.“

Das bedeutet aber, dass beispielsweise auch die Kaderplanungen für die neue Saison weiterhin in Zusammenarbeit mit Hüseyin Tekin stattfinden werden?

„Wir haben schon viele Entscheidungen getroffen und eigentlich steht der Kader fast vollständig fest. Wir müssen noch einzelne Gespräche führen und haben deshalb auch noch keine weiteren Personalien öffentlich gemacht. Klar ist aber, dass wir viel Potenzial in der Mannschaft haben und dass der Aufstieg – sollte es nicht noch über den Einspruch klappen – im nächsten Jahr wieder das große Ziel ist.“

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Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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