Vorsicht beim Baden - damit der Sprung ins Wasser nicht im Rollstuhl endet

dzBaderegeln der DLRG

Blauer Himmel, 24 Grad - und kein Freibad. Viele Lüner wollen das Pfingstwochenende trotzdem im Wasser verbringen. Dabei sollten sie einige Regeln beachten. Sonst wird es lebensgefährlich.

Lünen

, 29.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Lünen warnt vor dem Pfingstwochenende: „Wasserratten und Wassersportler sollten die Gefahren nicht unterschätzen.“ Mindestens 417 Menschen seien deutschlandweit ertrunken. „Davon rund 87 Prozent in Binnengewässern.“

Wie berichtet haben auch die Lüner Lebensretter Verständnis dafür, dass man an warmen Wochenenden eine Abkühlung braucht. Neben dem Horstmarer See werden auch der Datteln-Hamm-Kanal oder die Lippe zur Abkühlung genutzt. „Dort zu Baden ist absolut lebensgefährlich“, warnt Thomas Wiewora, Sprecher der DLRG-Kreisgruppe Lünen. „Die vorbeifahrenden Schiffe erzeugen einen Sog, gegen den selbst erfahrene Schwimmer nicht ankommen.“

Eine weitere Gefahrenquelle sind die Kanalbrücken: „Ein Sprung endet nicht selten im Rollstuhl“, sagt Wiewora. „Bei einer Brückenhöhe von vier Metern und mehr sind drei Meter Wassertiefe nicht ausreichend.“ Außerdem würde in Brückenbereichen häufig Unrat entsorgt, der im trüben Wasser nicht erkennbar ist und eine zusätzliche Verletzungsgefahr darstellt.

Damit der Bade-Ausflug nicht zum Fiasko wird, haben die Lebensretter folgende Tipps zusammengestellt:

  • Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen und die Warnhinweise beachten.
  • Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben.
  • Nie alleine oder unbeaufsichtigt schwimmen.
  • Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen; nicht übermütig werden.
  • Unbekannte Gewässer bergen Gefahren: „Erkundigen Sie sich vor dem Bad bei einheimischen Fachleuten über besondere Gefahren und die örtlichen Notrufmöglichkeiten.“
  • Nie in unbekannte Gewässer und nur an ausgewiesenen Sprungbereichen ins Wasser springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder schwerste, dauerhafte Schäden nach sich ziehen.
  • Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden.
  • Besondere Vorsicht ist in offenen Gewässern, im Meer und Flüssen geboten.
  • Das Baden in Flüssen ist besonders gefährlich. Strömungen, Brückenpfeiler, Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse, und Fahrrinnen mit Freizeit- und Berufsschifffahrt bilden unkalkulierbare Risiken.
  • Achtung beim Badeurlaub an europäischen Meeren: Gezeiten und nicht erkennbare Strömungen und Unterströmungen sowie starke ablandige Winde können auch gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen.
  • Vor dem Baden keinen Alkohol trinken und ein Bad unmittelbar nach dem Essen vermeiden.
  • Vor dem Baden gut abkühlen und langsam ins Wasser gehen, um die Belastung für den Kreislauf zu minimieren.
  • Die Haut vor der Sonne schützen und regelmäßig und ausreichend nicht-alkoholische Getränke zu sich nehmen.
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