Die Volksbank Lünen bleibt auch nach der Fusion mit Dortmund bei ihrem alten Namen - bekommt aber eine neue Bankleitzahl. © Fiedler (A)
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Volksbanken Lünen und Brambauer führen Negativzinsen für Privatkunden ein

Die zur Dortmunder Volksbank gehörenden Niederlassungen Lünen und Brambauer führen noch in diesem Jahr Negativzinsen für Privatkunden ein. Außerdem wird eine Filiale in Brambauer geschlossen.

Die Dortmunder Volksbank mit ihren Niederlassungen in Lünen und Brambauer führt Negativzinsen für Privatkunden ein. Außerdem soll eine der beiden Volksbank-Filialen in Lünens größtem Stadtteil Brambauer geschlossen werden. Das erklärte Niederlassungsleiter Norbert Mecklenburg am Mittwoch (10. Februar) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wie Mecklenburg weiter sagte, seien die Volksbanken lange Zeit um das Thema Negativzinsen herumgekommen. Damit sei jetzt bedauerlicherweise Schluss. In Arbeitsgruppen würde derzeit beraten, von welcher Vermögenshöhe an private Sparer Negativzinsen zahlen müssen.

Freibeträge für Sparer vorgesehen

Es werde sicherlich so sein, sagte Norbert Mecklenburg weiter, dass es Freibeträge geben wird: „Otto-Normalverbraucher wird da nicht betroffen sein.“

Dazu hatte der Vorstandsvorsitzende der Dortmunder Volksbank Martin Eul in einem Pressegespräch durchblicken lassen, dass die Negativzinsen erst ab einer sechsstelligen Einlagenhöhe, zum Beispiel ab 125.000 Euro, greifen sollen. Eine genaue Festlegung gebe es noch nicht.

Der Niederlassungsleiter der Volksbank Lünen und der Volksbank Brambauer geht derweil davon aus, dass die Einführung der Negativzinsen, im Volksmund auch Strafzinsen genannt, im ersten Halbjahr dieses Jahres passieren wird.

Filialschließung in Brambauer

Außerdem kündigte Mecklenburg die Schließung einer der beiden Brambauer Filialen an. Darüber sei schon im Zuge der Fusionsgespräche mit der Dortmunder Volksbank Ende 2019 geredet worden. Die Fusion ist seit dem 1. Juli 2020 rechtskräftig.

Zurzeit gibt es zwei Volksbanken in Brambauer: Die Dortmunder Volksbank befindet sich an der Waltroper Straße. Die Lüner Volksbank liegt an der Mengeder Straße. Zusammen beschäftigen sie acht Mitarbeiter, die Standorte liegen ca. 120 Meter auseinander.

Umzug an Mengeder Straße

„Das macht einfach keinen Sinn“, sagte Norbert Mecklenburg. Von daher sei entschieden worden, in die größeren und moderneren Räumlichkeiten an der Mengeder Straße zu ziehen. Der Umzug soll im März dieses Jahres über die Bühne gehen. An der Zahl der Mitarbeiter werde nichts geändert. „Niemand wird entlassen“, sagte Norbert Mecklenburg.

Die Einführung von Negativzinsen für Privatkunden begründete Volksbank-Chef Martin Eul laut Pressemitteilung mit den hohen Kundeneinlagen:

„Von unseren 7 Milliarden Euro Kundeneinlagen liegen circa 60 Prozent auf Kontokorrentkonten unserer Geschäfts- und Privatkunden. Mit diesen Einlagen ist es kaum möglich zu arbeiten, weil sie täglich abverfügt werden könnten. Ganz im Gegenteil: Hierfür zahlen wir 0,5 Prozent Negativzinsen bei der Bundesbank und das kostet uns erhebliches Geld. Deshalb müssen wir uns leider sehr ernsthaft damit befassen, auch für privates Geld Negativzinsen einzuführen. Wir wissen, dass es hierfür keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt, sehen aber keinen anderen Ausweg, diese wahre Einlagenflut zu stoppen.“

Stabile Ertragslage

Zum Jahresüberschuss im Corona-Jahr 2020 machte Eul keine Angaben, außer, dass sich hier bei allen Widrigkeiten ein noch stabiles Bild ergäbe.

Das gelte auch für die Volksbanken in Lünen und Brambauer sagte Niederlassungsleiter Norbert Mecklenburg, der für das Geschäftsjahr 2020 ein durchweg positives Fazit zog:

„Das Kundenvolumen der Volksbanken in Lünen und Brambauer wuchs im Geschäftsjahr 2020 um 42,7 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 13,7 Prozent. Die Kundeneinlagen erhöhten sich dabei um 28,5 Millionen Euro (22,0 Prozent). Bei den Kundenkrediten gab es ein Wachstum von 14,2 Millionen Euro beziehungsweise 7,8 Prozent.“

Geld für örtliche Institutionen

Von der stabilen Geschäftslage der Volksbanken profitierten nach Angaben von Norbert Mecklenburg einmal mehr Institutionen vor Ort: „In Lünen und Brambauer haben wir 29 Einrichtungen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport im Jahr 2020 mit 28.000 Euro gefördert.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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