Vergewaltigung in Oberaden: Angeklagtem droht mehr als eine Haftstrafe

dzGeständnis

Im Prozess um die Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Oberaden hat der Angeklagte nach anfänglichem Zögern ein Geständnis abgelegt. Die Anwältin des Opfers reagierte mit einem Antrag.

Oberaden

, 28.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden ist spätestens seit dem Geständnis des Angeklagten vor dem Dortmunder Landgericht aufgeklärt. Nach längerem Zögern hatte sich der 33 Jahre alte Angeklagte zuletzt doch noch dazu durchgerungen, die Tat zuzugeben. Sehr wahrscheinlich kann es dem Opfer deshalb erspart werden, vor Gericht als Zeuge auszusagen.

Opfer-Anwältin stellt Antrag

Die 15-Jährige wird in dem Prozess von Rechtsanwältin Christiane Krause-Schumann vertreten. Und diese reagierte am Montag auf das Geständnis des Angeklagten mit einem Antrag. In bestimmten Fällen ist es nämlich möglich, dass in einem laufenden Strafverfahren gleichzeitig auch über eventuelle Schadenersatz- oder Schmerzensgeldzahlungen entschieden wird. Und von dieser Regelung möchten die Jugendliche und ihre Eltern jetzt Gebrauch machen.

Vielzahl von Verletzungen

Krause-Schumann warf dem Angeklagten in ihrem Antrag eine „Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall“ vor. „Er hat meiner Mandantin eine Vielzahl schwerer Verletzungen zugefügt“, sagte die Anwältin weiter. Diese seien in einem ärztlichen Bericht des Krankenhauses, in dem die Schülerin behandelt worden war, dokumentiert. Krause-Schumann stellte die Höhe des verlangten Schmerzensgeldes ausdrücklich in das Ermessen des Gerichts, sagte jedoch: „Die Summe sollte mindestens 50.000 Euro betragen.“

Denn schließlich gesellten sich zu den körperlichen Verletzungen auch psychische Beeinträchtigungen, deren Schwere derzeit noch gar nicht abzusehen seien. Aus diesem Grund beantragte die Opfer-Anwältin außerdem, dem Angeklagten sämtliche Folgeschäden in Rechnung stellen zu können, auch solche, die erst in vielen Jahren auftreten würden.

Angeklagter nimmt später Stellung

Der 33-jährige Angeklagte wollte sich am Montag noch nicht zu dem Antrag äußern. „Wir werden das schriftlich tun, und zwar bis zum nächsten Verhandlungstag“, kündigte Verteidiger Axel von Irmer an. Ob der Angeklagte überhaupt in der Lage ist, Schmerzensgeld in nennenswerter Höhe zu zahlen, ist völlig offen.

Fraglich ist nun nur noch, welche Rolle eine Waffe bei der Vergewaltigung gespielt haben könnte. Während die 15-Jährige bei der Polizei ausgesagt hatte, der Täter habe ihr eine Schusswaffe vorgezeigt, streitet der Angeklagte dieses Detail ab. Die Jugendliche hatte allerdings auch schon eingeräumt, dass es sich bei der Waffe bei nachträglicher Betrachtung auch um eine Spielzeugpistole gehandelt haben könnte.

Die Vernehmungsbeamtin der Polizei hatte ihr nämlich ihre Dienstpistole gezeigt und darauf die Antwort bekommen: „Nein, so eine war das nicht.“

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