Wegen der Corona-Krise geraten nicht wenige Privathaushalte in finanzielle Not. Da ist guter Rat gefragt. © dpa (A)
Corona-Krise

Verbraucherschützer in Lünen: Corona-Anfragen kennen keine Grenzen

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie reißen auch bei zahlreichen Lüner Privathaushalten ein Loch in die Kasse. Verbraucherschützer helfen in diesen Fällen, wo sie nur können.

So wie Familie D., haben im vergangenen Jahr zahlreiche Lüner Privathaushalte wegen finanzieller Folgen der Corona-Pandemie die Hilfe der Verbraucherzentrale Lünen in Anspruch genommen.

Der Fall der Familie sei exemplarisch für zahlreiche Anfragen, die das Team der Verbraucherzentrale Lünen im Corona-Jahr 2020 bearbeitet hätte. Das erklärte Jutta Gülzow, Leiterin der Beratungsstelle in der Lüner City, im Gespräch mit unserer Redaktion.

In dem konkreten Fall wandte sich die ratsuchende Familie Anfang November 2020 per Mail an die Verbraucherschützer, weil es die Monatsbeiträge für das Fitness-Studio einsparen wollte.

In der von der Verbraucherzentrale anonymisierten Mail, die unserer Redaktion in Auszügen vorliegt, heißt es unter anderem:

  • Mein Mann und ich haben unsere Fitnessstudioverträge fristgerecht gekündigt und um Beitragserstattung (Rückerstattung oder Gutscheine) für die Zeiten der Lockdowns (März-April & aktuellen Lockdown) gebeten.
  • Uns wurde heute telefonisch erklärt, dass sie grundsätzlich keine Beiträge wegen Corona erstatten und der Gutschein nur als „beitragsfreie Monate nach Vertragsende“ dran gehangen werden können.
  • Wir baten um Verrechnung, sollte das Fitnessstudio wieder öffnen, mit den Monaten, solange der Vertrag noch gilt (dieser endet in Dezember 2021).
  • Dies hat man uns verwehrt mit der Aussage, dass sich ja dann sonst der Vertrag verkürzen würde und das wäre nicht richtig.
  • Wir haben dem Fitnessstudiobetreiber erklärt, dass wir gerade selber in Not geraten, da ich nur auf Teilzeit arbeite und mein Mann sich in Kurzarbeit befindet, wir aber noch zwei kleine Kinder zuhause haben und nun auch schauen müssen, sonst können wir bald unsere Rechnungen nicht bezahlen.

Der Familie konnte geholfen werden. Nach einigem Hin und Her bekam der in Not geratene vierköpfige Privathaushalt die Wertgutscheine erstattet, weil es nach Angaben von Jutta Gülzow Verbrauchern per Gesetz aus finanziellen Gründen wie Kurzarbeit zusteht, auf die Erstattung des Wertgutscheins zu bestehen.

Das resultiere aus der sogenannten Härtefall-Regelung der seit Mai 2020 geltenden Gutscheinregelung für gezahlte Mitgliedsbeiträge während der Corona-Krise, sagte Jutta Gülzow weiter:

„Die Themenpalette der Anfragen mit Corona-Bezug kennt so gut wie keine Grenzen. Umfangreiche Informationen zum Nachlesen sowie diverse Musterbriefe sind auch auf unserer Internetseite zu finden. Es gibt auch eine eigene Seite zu Verbraucherfragen mit Pandemiebezug.“

Pandemiebedingt beraten die Verbraucherschützer bis auf Weiteres nur telefonisch. Jutta Gülzow: „Unter der Rufnummer 02306/3013801 sind wir täglich außer dienstags zu erreichen.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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