Unsere Region ist lebens- und liebenswert, doch Urlaube in den Bergen oder am Meer sind dennoch lohnenswerte Ziele. © Thomas Aschwer
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Urlaub in der Pandemie – das sind die Tipps des Selmer Reisefachmanns

Die Menschen stecken bei der Urlaubsplanung in der Zwickmühle: Viele wollen sich gerne schöne Tage gönnen, aber bei einer Urlaubs-Absage nicht auf Kosten sitzen bleiben. Was können sie tun?

Raus in die Natur, Sonne tanken: Wer das traumhaft schöne Wetter am Wochenende zu einem Spaziergang oder einer Radtour genutzt hat, konnte an vielen Stellen nur mit äußerster Vorsicht Abstände und andere Vorgaben der Coronaschutzverordnung einhalten. Es waren in den klassischen Ausflugszielen der Region einfach zu viele Menschen unterwegs. Verständlich. Die kleinen Ausflüge waren Balsam für die geschundene Seele.

Sie haben aber auch die Gedanken um das Thema Urlaub kreisen lassen, die fast schon verschüttet schienen. Familien mit schulpflichtigen Kindern setzen ihre Hoffnungen auf die Sommerferien. Doch sie haben ein Planungs- und Buchungs-Problem. „Der Betrieb von nicht in Absatz 1 genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels sowie von Einrichtungen zum Vertrieb von Reiseleistungen ist untersagt“, heißt es in der Coronaschutz-Verordnung NRW von Mitte Dezember 2020, aber auch in der am 22.2. veröffentlichten Fassung. In verschiedenen Punkten ist sie zwar mehrfach modifiziert worden, die Reisebüros sind jedoch weiter zur Untätigkeit „verdammt“. Es gibt keine Ausnahmeregelung für kontaktlose Verkäufe. Joachim Horn vom gleichnamigen Reisebüro spricht im Grunde von einem „absoluten Berufsverbot“.

Reisefachmann stellt die Vorteile der Pauschalreise heraus

Dabei würden gerade in der Pandemie viele Menschen den Service gerne in Anspruch nehmen. Viele „Schnäppchenjäger“ haben im vergangenen Pandemiejahr eine böse Überraschung erlebt. Wer beispielsweise einen preiswerten Flug in den sonnigen Süden und bei einem anderen Anbieter ein Ferienhaus gebucht hatte, blieb am Ende zu Hause auf den Koffern – und auf den Kosten sitzen.

Der Tipp des Reisefachmanns ist deshalb gerade auch für das zweite Pandemiejahr unverändert: „Nur bei einer Pauschalreise – also Beförderung mit Unterkunft in einem Paket – können Kunden bei einer Reisewarnung die Reise stornieren und eine Erstattung einfordern“, sagt Joachim Horn, Inhaber von zwei Reisebüros in Selm und Lünen. Bei Einzelleistungen sehe das hingegen anders aus. Weil die Details für Nicht-Fachleute kompliziert sein können, waren Reisebüros im vergangenen Jahr stark gefragt. Und sie wären es nach Einschätzung Horns auch aktuell.

„Viele Menschen wissen zu schätzen, dass Reisebüros in vielen Fällen geholfen haben“, sagt Joachim Horn. Dabei ging und geht es natürlich um viel mehr als um mögliche Stornierungen. Es geht um viele Details einer Reise in Pandemiezeiten, neuerdings insbesondere um Hygienebestimmungen oder ob nach dem Urlaub Quarantäne droht. Joachim Horn nennt ein Beispiel: Wer aktuell beispielsweise auf die Kanaren reisen will, muss beispielsweise damit rechnen, dass er vom Betreten des Flughafens daheim bis zum Ausstieg aus dem Bus vor dem Hotel konsequent eine Maske tragen muss. „Das sind schnell fünf bis sechs Stunden.“

Große Nachfrage nach Ferienhäusern oder Hausbooten

Ob auf den Kanaren oder in anderen Urlaubsorten, Reisende müssen nach Einschätzung von Horn auch in diesem Jahr „mit Restriktionen rechnen“. Dazu gehöre beispielsweise ein negativer PCR-Tests maximal 72 Stunden vor Reisebeginn. Aktuell bieten einige Reiseveranstalter bei Neubuchungen gegen Aufpreis zusätzliche Flexibilität an. „Wer darauf Wert legt, sollte dies akzeptieren.“ Damit sei eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung teilweise bis zu 14 Tage vor dem Abflug möglich. Viele Menschen sind nach der Einschätzung von Joachim Horn auch einen anderen Weg gegangen. „Urlaub in Deutschland, Hausboote oder Ferienhäuser mit eigener Anreise sind stark gefragt. In einigen Bereichen ist das Angebot bereits recht knapp.

Was wären mögliche Alternativen gerade für Familien mit Kindern im Flugbereich: Joachim Horn nennt griechische Inseln, die Balearen oder Kanaren, durchaus aber auch Kalabrien in Italien. „Auch kurzfristig fällt eine Planung schwer. In Irland beispielsweise wird es so schnell keine Lockerung geben. Hier ist gerade der strikte Lockdown bis Anfang Mai verlängert worden.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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