Urlaub in der Corona-Krise: Die meisten Lüner bleiben 2020 zu Hause

dzReisen

Nach Monaten zu Hause und geschlossenen Grenzen ist das Reisen nun wieder möglich. Wir haben bei Reisebüros nachgefragt, inwiefern die Lüner diese Möglichkeit nutzen - und wohin sie fahren.

Lünen

, 27.06.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sommerzeit ist Reisezeit. Während im vergangenen Jahr etwa ein Drittel der Deutschen im eigenen Land blieben, gut die Hälfte innerhalb Europas verreiste und es 17 Prozent ins fernere Ausland zog, dürfte die Reisebilanz in diesem Jahr komplett anders ausfallen: Top-Reiseziel in diesem Corona-Sommer 2020, da sind sich alle angefragten Mitarbeiter Lüner Reisebüros einig, ist Deutschland.

Polen als neues Urlaubsziel

„Die Leute haben Angst zu verreisen“, beobachtet Emre Taskin, Mitarbeiter im Reisebüro DT Reisen an der Langen Straße. „Sie sagen: Wir wollen eigentlich fliegen, aber wir haben Angst in Quarantäne zu geraten.“

Eines sei aber gleich wie in den anderen Jahren auch: „Die Leute wollen an den Strand“, so Taskin. Zur Ostsee in Deutschland und ganz neu auch in Polen, nach Griechenland, Mallorca, auf den Kanaren und Balearen. Insgesamt ist aber lediglich ein Bruchteil reisewillig: Im Vergleich zum Sommer 2019 lägen die Buchungen bei nur etwa 40 Prozent.

Thomas Milcarek, Geschäftsführer des TUI-Reisebüros an der Bäckerstraße, schätzt die Reisebereitschaft der Lüner in diesem Jahr sogar auf lediglich 25 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. „Allerdings waren 2018/2019 auch verdammt starke Jahre“, schiebt er hinterher. „Außerdem sind die Unterschiede zu anderen Jahren, was die Reiseziele betrifft, erheblich“, sagt er. „Die deutschen Küsten sind nahezu ausgebucht, dort ist es im Juli und August pickepacke-voll.“ Sie liegen auf der Rangliste der Reiseziele, die in seinem Reisebüro gebucht werden, unangefochten auf Platz eins. „Die Campingplätze in Deutschland sind, obwohl überteuert, überwiegend ausgebucht“, sagt er. Ebenso Ferienwohnungen an der Nordseeküste - trotz eines Preiszuschlages von 70 Prozent. Die Hotels seien zwar auch ausgebucht, hätten aber ihre Preise nicht angezogen.

Auf Platz zwei liegt im TUI-Reisebüro Mallorca, Platz drei wird von Griechenland belegt und Platz vier von den Kanarischen Inseln. Auch Thomas Milcarek sagt: „Bei uns gehen jeden Tag viele Fragen ein, die Unsicherheit ist groß. Aber immerhin versprechen die Reiseveranstalter, wenn es schon die Regierung nicht tut, eigene Rückholaktionen.“

Mobiles Eigenheim im Trend

Günter Hartmann, Geschäftsführer der Hartmann GmbH, die Im Geistwinkel Wohnmobile verkauft und vermietet, erkennt einen Trend zum „Reisen im mobilen Eigenheim“. Während die Nachfrage nach Vermietung noch zurückhaltend sei und es sogar aufgrund der erneuten Verunsicherung durch den Tönnies-Skandal eine Absage gebe, sei die Nachfrage beim Verkauf groß. „Viele Familien, die die vierstellige Summe für eine Urlaubsreise in diesem Jahr gespart haben, investieren sie jetzt in eine Anzahlung in ein Wohnmobil.

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