Ein Lüner Familienvater hat Geldsorgen, weil die Bewilligung der Behörden zu lange dauert. © picture alliance/dpa
Meinung

Unwürdiger Zustand: Alles richtig gemacht und an Behörde gescheitert

Ein Familienvater verdient zu wenig, um seine Familie zu ernähren. Der Staat hilft, doch bis das Geld endlich da ist, hat der Mann viele Sorgen. Ein unwürdiger Zustand, findet unsere Autorin.

Wer arbeitet, soll auch davon leben können. Wie oft hat die Politik diesen Satz zitiert. Für manche bleibt er reines Wunschdenken. Denn dazu werden viele Tätigkeiten einfach zu schlecht bezahlt. Nicht selten müssen Betroffene mit mehreren Jobs jonglieren, um sich über Wasser zu halten.

Ein Lüner könnte zwar von seinem Verdienst leben, alleine. Er hat aber eine Frau und drei Kinder. Dafür reichen 1300 Euro schlicht nicht. Der Staat verspricht Hilfe. So weit, so gut. Wohngeld und Kinderzuschlag stehen dem Lüner zu. Da mag man sich fragen, wo ist jetzt sein Problem? Doch das fängt jetzt erst an. Seine Situation zeigt, wie man alles richtig machen kann, und doch hängen gelassen wird. Ausgeliefert einem System, das auf die Dauer zermürbt.

Um den Kinderzuschlag zu bekommen, muss der Lüner einen Antrag an die Familienkasse bei der Bundesagentur für Arbeit stellen und das alle sechs Monate neu. Die Bewilligung dauert über sechs Wochen. Kaum zu verstehen bei einem Sachverhalt, der sich ja nicht geändert hat. In der Zeit fehlt dem Mann das Geld, selbst wenn er es später ausgezahlt bekommt. Das nächste Problem: Um Wohngeld zu bekommen, braucht er die Bewilligung des Kinderzuschlags. Der Lüner ist gefangen in einem System, dem er nicht entkommen kann. Ein unwürdiger Zustand.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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