Unterwegs mit den Sternsingern: Häufig klingelten sie vergebens

dzDreikönigssingen

Es ging viele Treppen hoch und runter. Eine Sternsingergruppe der St.-Barbara-Gemeinde war unterwegs, um den Segen zu überbringen. Viele Bewohner waren nicht zu Hause.

Brambauer

, 04.01.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es nieselt. Das Wetter ist ungemütlich. Lisa-Marie, Carla und Käthe, alle zehn Jahre alt, machen sich auf den Weg. Mit dabei ist auch Carlas Schwester Anni (6). Gerade noch hat sich die Sternsingergruppe der St.-Barbara-Gemeinde Brambauer im Gemeindehaus mit Umhängen, Kronen, Stern und Spendendose ausgerüstet. Zwölf Mädchen und zwei Jungen sind es diesmal, die sich am Dreikönigssingen beteiligen.

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Unterwegs mit Sternsingern von St. Barbara

Die Sternsinger von St. Barbara in Brambauer brachten den Segen zu den Häusern. Vorher gab es eine Aussendungsfeier in der Kirche.
04.01.2019
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Die Sternsinger von St. Barbara bereiten sich im Gemeindehaus auf ihren Einsatz vor. © Magdalene Quiring-Lategahn
Anni (6) zeigt die Kreide, die in der Kirche gesegnet wird. © Magdalene Quiring-Lategahn
Jeder Sternsinger bekommt einen Ausweis, auch Lisa-Marie. © Magdalene Quiring-Lategahn
Laura ist mit fünf Jahren die jüngste Teilnehmerin an der Sternsingeraktion, aber schon zum 3. Mal dabei. © Magdalene Quiring-Lategahn
In der St.-Barbara-Kirche findet die Aussendung der Sternsinger mit Gemeindereferentin Jutta Evermann statt. © Magdalene Quiring-Lategahn
Die Sternsinger von St. Barbara warten auf ihren Einsatz. © Magdalene Quiring-Lategahn
Die Sternsinger von St. Barbara unterwegs im Quartier. © Magdalene Quiring-Lategahn
Klingeln an den Türen: Nicht immer wurde geöffnet.© Magdalene Quiring-Lategahn
Wer nicht ganz textsicher ist, findet das Lied auf der Rückseite des Sterns.© Magdalene Quiring-Lategahn
Die Sternsinger von St. Barbara sind unterwegs.© Magdalene Quiring-Lategahn
© Magdalene Quiring-Lategahn
An 40 Türen klingelt die Sternsingergruppe von St. Barbara. © Magdalene Quiring-Lategahn
Eine Sternsinger-Gruppe macht sich auf den Weg. © Magdalene Quiring-Lategahn

Für die Gemeinden ist es inzwischen nicht mehr so leicht, Kinder für die Aktion zu finden. In St. Barbara war das allerdings kein Problem. „Es hängt immer davon ab, wie die Eltern die Aktion unterstützen“, weiß Jutta Evermann, Gemeindereferentin des Pastoralen Raums Lünen, zu dem auch St. Barbara gehört.

Nancy (11) ist ein „Profi“. Sie macht schon lange mit, „weil ich etwas Gutes tun will“. Sie weiß von Kindern in anderen Teilen der Welt, die nicht so eine Kindheit haben wie sie.

Sammlung für Kinder mit Behinderungen in Peru

Diesmal sind die Spenden der weltweiten Sternsingeraktion für Kinder mit Behinderungen in Peru vorgesehen. Laura (5) geht zum dritten Mal mit: „Mir gefällt eigentlich alles.“ Lukas (11) hingegen ist ein bisschen aufgeregt. Als Neuling weiß er nicht genau, was ihn erwartet. Dass das Wetter so schlecht ist, macht Felix (8) nichts aus. „Vom Fußballspielen her bin ich das gewöhnt.“

Nachdem alle Kinder so aussehen, dass man sie als die Weisen Caspar, Melchior und Balthasar aus dem Morgenland erkennt, geht es zur Aussendung in die Kirche. Ein schwarz geschminktes Gesicht hat niemand. Dafür aber einen Sternsingerausweis. Jutta Evermann erläutert das Motto „Wir gehören zusammen in Peru und weltweit“. Zusammengehören bedeutet Gemeinschaft. Wichtig sei, denen Hilfe zu geben, die Hilfe brauchen. Die Sternsinger sitzen in den ersten drei Kirchenbänken und hören gut zu. Sie sprechen Fürbitten und empfangen den Segen, um ihn in die Häuser zu tragen.

Sternsinger-Gruppe hat 40 Namen auf der Liste

Für die Gruppe von Carmen Benthaus, die als Begleiterin mit Anni, Lisa-Marie, Carla und Käthe unterwegs ist, heißt das: Anklingeln an 40 Türen am Freitag (4. Dezember). Am Samstag geht es dann noch mal vormittags und nachmittags weiter. Während einige Gruppen ein Stück mit dem Auto anfahren, klingeln Carmen Benthaus‘ Sternsinger gleich beim Küster nebenan. Doch der ist nicht da. Das wird ihnen an diesem Nachmittag noch ganz oft passieren. „Frustrierend ist, wenn man in den 3. Stock gelaufen ist und keiner öffnet“, weiß Carmen Benthaus.

Auch das werden die Sternsinger oft erleben. Denn sie klingeln nicht nur bei Katholiken, die sich in Listen eingetragen haben, sondern auch bei Gemeindemitgliedern der Umgebung. „Manche sind keine Kirchgänger“, weiß Carmen Benthaus. Andere sind berufstätig und noch gar nicht zu Hause. Fürs Spendensammeln muss man Geduld mitbringen.

In aller Kürze

Die Sterndeuter-Könige: Caspar, Melchior, Balthasar

Caspar bedeutet Schatzmeister (persisch). Er soll Weihrauch zur Krippe gebracht haben. Melchior heißt: König des Lichtes (hebräisch). Er trug das Gold zur Krippe. Balthasar bedeutet in der aramäischen Sprache: Gott schütze das Leben des Königs. Er brachte die Myrrhe.

Umso schöner ist es, wenn die kleine Schar gleich ins Wohnzimmer gebeten und noch mit Süßigkeiten belohnt wird. „Da haben wir aber Glück gehabt. Wir sind gerade nach Hause gekommen“, freut sich eine Bewohnerin.

Lied singen und Segen sprechen

Die Sternsinger singen ihr Lied: „Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr: Caspar, Melchior und Balthasar.“ Sie sprechen den Haussegen und überreichen das Zeichen „20*C+M+B*19*, das heute als selbstklebende Folie angebracht wird. Es steht für die lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“. Das bedeutet: „Christus segne dieses Haus.“

Manchmal bellt ein Hund, manchmal macht ein Hausbewohner einen nicht ganz so begeisterten Eindruck. Doch am Ende zählt, was in der Spendendose ist. „Da ist jetzt schon ganz schön viel drin“, hat Anni aufgepasst.

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