Unklarer Impfstatus: Was tun, wenn Patienten ihren Impfpass verloren haben?

dzImpfschutz bei Erwachsenen

Dass Kinder geimpft werden, ist für viele noch selbstverständlich. Doch wie sieht es mit dem Impfschutz bei Erwachsenen aus? Bei vielen ist der Impfpass im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Lünen

, 25.06.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einen Hausarzt hat, für den ist ein unauffindbarer Impfpass meist kein so großes Problem. Dank moderner Datenverarbeitung sei der Impfstatus des Patienten auch über die gesetzliche Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren hinaus gespeichert. So werde es in der Praxis Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins, gehandhabt. Dort gibt es zudem ein Re-Call-System, mit dem der Patient erinnert wird, wenn die nächste Impfung fällig ist.

Es gibt kein zentrales Impfregister

Bundesweit suchen allerdings 32,5 von 100 Erwachsenen erfolglos nach ihrem Pass. Nach einem Wechsel des Hausarztes oder einem Umzug ist das Dokument mitunter verschütt gegangen. „Es gibt auch die Situation, dass Arztpraxen schließen, die Akten eingelagert und somit nicht einsehbar sind“, beschreibt Funkes Kollege Dr. Hans Martin Sobottka.

In Deutschland existiert kein zentrales Impfregister. Wenn jemand nicht Bescheid weiß, wann und wogegen er geimpft wurde, bei dem sei eine Grundimmunisierung das Mittel der Wahl, so der Mediziner. Dazu zähle eine Impfung gegen Diphtherie und Tetanus. Sie würde drei Mal in Folge verabreicht. Dann gibt`s auch wieder einen Impfpass.

Impfpass einscannen oder im Ordner sichern

Den sollte man nicht in der Geldbörse haben. Denn er könne verloren gehen oder gestohlen werden. Sobottka rät, den Impfpass zu fotografieren und zu speichern. Damit habe man ihn gesichert.

Das Original sollte nicht zu Hause in eine Schublade, sondern in einer Klarsichtfolie in den Ordner mit den Unterlagen zur Krankenversicherung geheftet werden.

Information

Impfstatistik bei Kindern im Kreis Unna

  • Zum Schulbeginn 2018 wurden im Kreis Unna 3350 Kinder untersucht. Bei 92 Prozent lagen Impfausweise vor.
  • Wie der Kreis mitteilte, war die erste Masern-, Mumps-, Röteln- (MMR-)Impfung bei 98 Prozent, die zweite MMR-Impfung bei 95 Prozent der untersuchten Kinder durchgeführt worden.
  • Entsprechend wurde lediglich eine Masernerkrankung 2018 gemeldet.
  • Weitere Zahlen liegen nach Auskunft der Pressestelle dem Gesundheitsamt nicht vor. Aus Erfahrung würden die Mediziner aber sagen, dass die Quote für weitere Impfungen noch höher liege.
  • Nach Städten könnten die Zahlen nicht differenziert werden: In der Regel liege die Impfquote im Kreis zwischen 92 und 95 Prozent.

Sobottka hat die Erfahrung gemacht, dass die Impfbereitschaft bei seinen Patienten generell hoch sei. Wirkliche Impfverweigerer gebe es relativ wenig. Vielleicht liegt es auch daran, dass er selbst zu Impfungen rät.

Ein Beispiel für die hohe Impfbereitschaft sei in seiner Praxis die Grippeschutzimpfung. Seit dem 1. Januar sei auch eine Impfung gegen Gürtelrose, Shingrixx, für chronisch Kranke ab 50 und Patienten über 60 möglich und empfohlen. Aktuell gebe es aber Lieferengpässe für das Präparat.

Patienten sollen selbst entscheiden

Grundsätzlich sei der Mediziner ein Befürworter von Impfungen. Einer Impfpflicht allerdings, wie sie derzeit in weiten Teilen der Politik diskutiert wird, steht Sobottka eher kritisch gegenüber.

Er würde die Patienten über das Für und Wider aufklären und beraten. Letztendlich, so seine Meinung, sollten sie aber schon selbst über Impfungen entscheiden.

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