Vor Gericht stand ein 25-Jähriger aus Selm. Er soll in Lünen bei einem Umzug mit einem Transporter ein parkendes Auto beschädigt haben. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Amtsgericht

Umzug mit Transporter: 25-Jähriger soll dabei gegen Pkw gefahren sein

Bei dem Versuch, mit einem Transporter auszuparken, soll ein Selmer in Lünen Schaden verursacht und weitergefahren sein. Vor Gericht bestritt er, den Wagen überhaupt berührt zu haben.

Für einen Umzug mietete ein 25-jähriger Selmer im Januar den Transporter, machte sich mit Freunden an die Arbeit und stand dabei, was die Parkplatzsituation im Bereich der Behringstraße in Lünen betraf, offenbar vor größeren Herausforderungen. Beim Zurücksetzen, so zumindest der ursprüngliche Vorwurf, sollte ihm dann das Malheur passiert sein. Sein Fahrzeug sollte mit der Stoßstange des Pkw kollidiert und er danach geflüchtet sein. Das erklärten jedenfalls zwei Zeugen, die den Autobesitzer ausfindig machten und informierten. Der entdeckte tatsächlich einen knapp 1200 Euro teuren Schaden.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurde dem 25-Jährigen jetzt in einem Prozess vor dem Amtsgericht vorgeworfen. Er beteuerte seine Unschuld. Eben weil es vor Ort so eng gewesen sei, habe er seinen Kumpel gebeten, zu gucken und der habe ihm tatsächlich geraten, andersherum rauszufahren. Und das habe er getan. Einen Anstoß habe es nicht gegeben. „Das hätte ich gemerkt“, versicherte er und fügte hinzu, dass er nie eine Fahrerflucht begehen würde. Es habe auch nichts gewackelt oder gerappelt.

Zeugen hatten Kollision nicht gesehen

Nach dieser Einlassung wurden der Besitzer des Autos und die Augenzeugen gehört. Letztere konnten allerdings nicht sagen, die Kollision direkt gesehen zu haben. Es sei knapp sehr gewesen, der Fahrer des Transporters sei danach schnell weggefahren und sie hätten daraufhin an dem Pkw eine Schramme entdeckt. Der Fahrzeughalter gab an, dass der Wagen vorher nicht kaputt gewesen sei. Aber, ohne den Hinweis der Zeugen wäre ihm der Schaden so erst einmal nicht aufgefallen. Der Kumpel des Selmer, der zu seiner Entlastung dienen sollte, erschien nicht.

Firma hatten keinen Schaden vermerkt

Der Kfz-Sachverständige wies in seinem Gutachten schließlich darauf hin, dass ihm der Fahrzeug-Vermieter nicht mitgeteilt habe, wo der Transporter stehe. Er habe sich den also nicht ansehen können. Zudem sei bei der Firma kein Schaden vermerkt worden. Auch hätten die Zeugen nicht gesagt, dass sie den Anstoß gesehen hätten. Unter den Umständen lasse sich erstmal nicht sagen, ob der Anstoß in dem Moment tatsächlich erfolgt sei. Und selbst wenn, bliebe offen, ob ihn der Angeklagte bemerkt hätte.

Dieses Fazit, das leere Strafregister des Selmers und die Tatsache, dass der Schaden bereits reguliert wurde, sorgten am Ende für eine Verfahrenseinstellung ohne Auflagen. Der fehlende Zeuge darf sich allerdings auf ein Ordnungsgeld einstellen.

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