Umwelt, Verkehr, Wohnen: Konzept und neues Management für Brambauer

dzStadtentwicklung

Der Verein „Brambauer 2030“ bekommt möglicherweise schon bald Verstärkung. Außerdem will die Stadt ihren größten Stadtteil in den kommenden zwei Jahren genauer unter die Lupe nehmen.

Brambauer

, 17.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verein Zukunftswerkstatt Brambauer möchte Lünens größten Stadtteil weiterentwickeln. Dazu gab es nach den ersten Werkstatttreffen regelmäßige Zusammenkünfte unter dem Motto „Donnerstags in...“, und seit Kurzem auch eine eigene Homepage: www.brambauer2030.de. Doch der Verein hat noch weitere Pläne: „Wir streben an, ein Ladenlokal in der Waltroper Straße zu bespielen, um sichtbar und zentral im Stadtteil verortet zu sein“, heißt es in einem Schreiben an Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.

Dieses Schreiben enthält auch eine Bitte: Die Verwaltung solle prüfen, „wie ein nachhaltiges und finanziell gesichertes Quartiersmanagement für Brambauer gestaltet werden kann“. Denn während in anderen Stadtteilen Quartiersmanagements zur städtebaulichen Aufwertung und zur Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhangs beitragen würden, seien ähnliche Angebote in Brambauer aus finanziellen Gründen gestrichen worden. „Das sehen wir als bedenklich an“, so das Fazit der Initiatoren.

Prioritätenliste für Brambauer

Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung sahen das ähnlich und begrüßten deshalb die Ankündigung der Stadtverwaltung in der Sitzung am Dienstag (15.9.): Man wolle prüfen, ob ein Quartiersmanagement im Rahmen eines Sofortprogramms der Landesregierung gefördert werden kann. Dieses auf zwei Jahre angelegte Programm würde 90 Prozent der Kosten decken - der Antrag könne schon im Dezember gestellt werden. Die Verwaltung muss dabei ihr weiteres Vorgehen für die Stadtentwicklung in Brambauer aufzeigen und eine Prioritätenliste vorlegen. Wenig überraschend werden dort die Themen Umwelt, Verkehr und Wohnen ganz oben stehen.

Das Sofortprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen hat ein Volumen von 70 Millionen Euro, allerdings ist die Maximalförderung auf 100.000 Euro gedeckelt. Die Verwaltung hofft jedoch, für ein Qualitätsmanagement auch Mittel aus dem Verfügungsfonds für temporäre Leerstände nutzen zu können. Dabei sollen freie Ladenlokale mit Interimslösungen bespielt werden, was wiederum auch in den Aufgabenbereich eines Quartiersmanagements fallen könnte.

Der nächste Schritt wäre dann ein integriertes Handlungskonzept für Brambauer, wie Thomas Berger von der Abteilung Stadtplanung erklärte: „Ein solches Konzept nimmt erst den gesamten Stadtteil in den Blick, in einem zweiten Schritt wird dann differenziert.“ Allerdings muss die Stadt das Konzept vorfinanzieren, Berger rechnet mit Kosten zwischen 200.000 und 250.000 Euro. „Sobald aus dem Konzept ein Projekt wird, ist es wieder förderfähig.“

Vier Programme laufen gleichzeitig

Die Bearbeitung eines solchen Konzeptes könne im Sommer 2021 in Auftrag gegeben werden, so der Stadtplaner weiter. „Zwei Jahre muss man dann schon einplanen, denn es ist viel Bürgerbeteiligung vorgesehen.“ Der Förderantrag für das Konzept könne dann frühestens im September 2023 gestellt werden - was laut des Technischen Beigeordneten Arnold Reeker sogar ein Vorteil wäre: „Derzeit laufen vier städtebauliche Förderprogramme in Brambauer.“ Zwei davon wären 2023 ausgelaufen, so dass sich die Chance auf neue Förderungen erhöht.

Das Quartiersmanagement sei von dem Problem hingegen nicht betroffen: „Hier sehen wir trotz der anderen Programme gute Chancen auf Erfolg.“ Zumal das Quartiersmanagement „das Engagement und die Initiative im Stadtteil aufnehmen und ausbauen kann.“

Reeker wies auch darauf hin, dass es neben einem Förderantrag für ein Integriertes Handlungskonzept für Brambauer wohl einen weiteren Antrag für ein solches Konzept für die Lüner Innenstadt geben wird. „Brambauer hat Priorität eins, die Innenstadt kommt danach.“ Aber laut Reeker müsse man in den Innenstädten perspektivisch mit mehr Leerstand rechnen. „Da wollen wir lieber präventiv tätig werden.“

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