Trotz „Superjahr“: Lüner Handwerk sucht händeringend Fachkräfte

Empfang in Brambauer

An Aufträgen fehlt es den meisten Lüner Handwerksfirmen nicht. Dafür aber an Personal. Ein Problem, das immer größer wird. Die Unternehmen wollen gegensteuern.

Lünen

, 06.02.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz „Superjahr“: Lüner Handwerk sucht händeringend Fachkräfte

Kreishandwerkmeister Christian Sprenger (2.v.l.) konnte zum Dämmerschoppen der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Handwerk und der Politik begrüßen. © Foto: Michael Blandowski

Handwerk hat zwar immer noch den sprichwörtlich „goldenen Boden“. Aber die gute Auftragslage hat auch Schattenseiten. Das war die Kernbotschaft beim Dämmerschoppen, so nennt das Lüner Handwerk seinen Jahresempfang, im Autohaus Trompeter in Brambauer.

2018 war ein „Superjahr“

„Es war ein Superjahr für das Handwerk. Es gab viel Arbeit, viel Nachfrage und Nachfrager. Aber um alles weiterhin stemmen zu können, brauchen wir dringend Fachkräfte und neue Auszubildende. Daran hapert es. Im neuen Jahr richten wir unseren Fokus auf die Suche nach Fachkräften und die Nachwuchsgewinnung. Insbesondere die sinkende Zahl an potenziellen Auszubildenden wird uns sicherlich vor eine Herausforderung stellen“, erklärte Kreishandwerksmeister Christian Sprenger am Dienstagabend (5. Februar) vor zahlreichen geladenen Gästen.

400 Betriebe in Lünen

Mit insgesamt 32.000 Beschäftigten, 4400 Betrieben in Dortmund, 400 in Lünen und vollen Auftragsbüchern sei das Handwerk weiterhin auf einem guten Weg.

Höhere Löhne, steigende Energiekosten und Aufwendungen für Baustoffe hätten aber die Verkaufspreise in die Höhe getrieben.

„Wir nutzen nicht die Gunst der Stunde, um Gewinne abzuschöpfen, sondern die Kostenrechnung lässt uns keine andere Möglichkeit. Deshalb sollten der Dialog sowie die bisherige gute Partnerschaft zwischen Kunden und Handwerkern erhalten bleiben“, hofft der Kreishandwerksmeister weiter auf eine verlässliche Partnerschaft, trotz Kritik aus der Kundschaft.

Trotz „Superjahr“: Lüner Handwerk sucht händeringend Fachkräfte

Gebrauchte Diesel-Fahrzeuge sind nur schwer zu verkaufen. Und wenn, dann zu einem niedrigen Preis. Das macht dem Autohandel zu schaffen. © picture alliance / Sebastian Kah

Insbesondere die Gewerbe im Bereich Bau- und Ausbau stehen auf der Sonnenseite. Dagegen verhagelt der Kfz-Handel ein wenig die ansonsten positive Bilanz. Ein Hof voller Dieselautos, dazu die drohenden Fahrverbote, macht den betroffenen Handwerkern Bauchschmerzen.

„Wir als Handwerkerschaft fordern eine Nachrüstung der Autos. Bisher sperrt sich aber die Industrie, uns bei unseren Problemen zu helfen. Jetzt ist der Staat gefordert“, forderte der Kreishandwerksmeister.

Lob für Ausbau der B 54

Reiner Horstmann (Stadthandwerksmeister Lünen), der am Abend die Anmoderation übernahm, lobte den politisch umgesetzten Ausbau der B 54 als großen Wurf für Handwerker. Er forderte die Ausweisung von weiteren Gebieten für Gewerbe und Wohnen in Lünen.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagte: „Das Handwerk verbindet Menschen und es hält die Gesellschaft zusammen. Denn ohne Handwerk funktioniert ein ausgewogenes Stadtleben nicht.“

Stadt sieht Handwerker als gute Partner

Es sei die Aufgabe der Stadtverwaltung, eine Infrastruktur für das Handwerk zu schaffen und zu erhalten. Auch ein besseres Mobilitätskonzept, beispielsweise ein Abfahrtverbot von Autobahnen für durchfahrende Lkw, könne Entlastung bringen. Auch energetische Sanierungen, insbesondere an alten Gebäuden, seien eine Möglichkeit, Handwerker zu unterstützen.

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