Trotz Job weiter Arbeitslosengeld kassiert: Lüner fehlte beim Prozess

Amtsgericht

Arbeitslosengeld kassiert, obwohl er wieder einen Job hat: Die neue Arbeit hat ein Lüner dem Amt bewusst verschwiegen. Jetzt war der Prozess. Doch der Lüner fehlte.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 18.11.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trotz ordnungsgemäßer Ladung fehlte der Lüner vor Gericht. Das bewahrte ihn aber nicht vor einer Strafe.

Trotz ordnungsgemäßer Ladung fehlte der Lüner vor Gericht. Das bewahrte ihn aber nicht vor einer Strafe. © Mönnig

Doppelt kassiert: Obwohl er längst wieder eine Arbeit hatte, bezog ein Lüner (32) offenbar weiter Geld vom Jobcenter. Nachdem das ans Licht kam, sollte er nun wegen Betrugs vor Gericht stehen. Er fehlte. Folgen hat das Ganze trotzdem.

Ab dem 1. Mai stand der Mann aus Lünen wieder in Lohn und Brot. Doch das, so der Vorwurf, verschwieg er dem Amt ganz bewusst und so flossen bis zum 30. September 3564,77 Euro auf sein Konto, die ihm gar nicht mehr zustanden. Über einen Datenabgleich offenbarte sich die Überzahlung letztlich, doch der 32-Jährige zahlte offenbar bis heute keinen Cent zurück.

Trotz Ladung nicht gekommen

Jetzt hätte er im Amtsgericht auf der Anklagebank sitzen sollen. Doch von ihm fehlte trotz ordnungsgemäßer Ladung jede Spur – auch nach der obligatorischen Viertelstunde Wartezeit. Unter den Umständen blieb dem Richter nichts anderes übrig, als die Mitarbeiterin des Jobcenters, die als Zeugin geladen war, ungehört zu entlassen. Vor einer Strafe konnte seine Abwesenheit den 32-Jährigen, der zuvor noch nicht in Erscheinung getreten war, allerdings nicht bewahren. Auf Antrag der Staatsanwalt erging ein Strafbefehl: 2400 Euro Geldstrafe. Auch ordnete das Gericht die Einziehung des zu Unrecht kassierten Geldes an. Nach Zustellung des Strafbefehls hat er 14 Tage Zeit, Einspruch einzulegen.

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