Gratulation zur besten Winter-Gesellenprüfung: (v.l.) Phillip Kempf, Geschäftsführer Ludgerus Niklas, Prüfungsausschussvorsitzender Markus Komorek und Christoph Haumann, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Dortmund und Lünen © Stefan Mueller/Kfz-Innung
Erfolgreiche Gesellen-Prüfung

Trotz Corona-Krise: Auszeichnung für Azubi aus Lüner Autohaus

Eine handwerkliche Ausbildung war Phillip Kempfs Wunsch. Jetzt hat der 23-Jährige seine Abschlussprüfung mit besonders guten Noten absolviert - trotz der Folgen der Corona-Krise.

Schon als Kind interessierte sich Phillip Kempf für Autos. Jetzt ist er Geselle im Lüner BMW-Autohaus Schmidt. Seine Abschlussprüfung hat der 23-Jährige aus Werne mit Bestnoten abgeschlossen. Er gehört zu den drei besten Absolventen der Winter-Gesellenprüfung des Kfz-Handwerks in Dortmund und Lünen.

Dafür gab es jetzt eine Ehrung bei einem kleinen Corona-konformen Empfang.

System- und Hochvolttechnik

„Ich wollte nach dem Schulabschluss eine handwerkliche Ausbildung machen“, erzählt Kempf. Der gebürtige Werner besuchte die Gesamtschule Nordkirchen und begann dann seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei BMW Schmidt. „Das erste Lehrjahr war der Basisteil, danach konnte man sich spezialisieren“, so der Werner. Weil er mit einem Gesellen zusammen gearbeitet hatte, der sich auf System- und Hochvolttechnik spezialisiert hatte, entschied er sich für diesen Bereich, in dem es nicht nur um Elektromobilität sondern auch um die digitale Vernetzung geht. „Ich denke, dass das Zukunft haben wird,“ so Kempf.

Er hat Ende Januar seine Prüfung als Kraftfahrzeugmechatroniker in der

Fachrichtung System- und Hochvolttechnik mit der Note gut abgeschlossen. Mit diesem Berufsabschluss hat er sich insbesondere auf die Wartung von Fahrzeugen mit Elektro- oder Hybridantrieb sowie entsprechende Zusatzeinrichtungen, Sonderausstattungen und Zubehörteile spezialisiert. Er will sich nun weiterbilden und plant, in wenigen Jahren selbst einen Meisterkurs zu besuchen.

Weiterbildung für Gesellen möglich

Darin bestärkt ihn auch Christoph Haumann, Obermeister der Innung und Chef des Lüner Autohauses Trompeter. „Dabei geht es nicht nur um Elektrofahrzeuge, sondern auch um die Steuergeräte und Computertechnik in den Fahrzeugen.“ Noch entscheide sich zwar ein eher kleinerer Teil der Azubis für diese Spezialisierung, aber es gebe auch noch später die Möglichkeit, sich in diesem Bereich auch als Geselle weiterzubilden.

„Viele Betriebe können keine spezialisierten System- und Hochvolttechniker einstellen, aber alle Azubis haben Kontakt zu diesem Bereich. Kenntnisse muss jeder Mitarbeiter haben, das ist eine Voraussetzung, die die Berufsgenossenschaft fordert“, so Haumann.

Für Phillip Kempf war der Abschluss seiner Ausbildung mitten in der Corona-Krise aufregend: „Es war immer eine Ungewissheit dabei, Lehrgänge wurden umgeplant und ich hab mir Sorgen gemacht, ob die Prüfung wie geplant stattfinden kann.“ Doch dann funktionierte alles reibungslos für den jungen Mann aus Werne, der sich in seiner Freizeit beim Technischen Hilfswerk engagiert.

Ausbildung durch Corona betroffen

Dass Corona den Ausbildungsalltag verändert hat, bestätigt auch der Obermeister. „Im Bereich der schulischen Ausbildung gab und gibt es vergleichbare Einschränkungen in den Berufsschulen, wie sie auch in den anderen Schulen stattfinden.“ Home-Schooling, Verzögerungen bei Lehrgängen, die auch nur in kleineren Gruppen absolviert werden konnten und in der praktischen Ausbildung permanentes Maske-Tragen und viel Händewaschen – so sahen die letzten Ausbildungsmonate für Phillip Kempf aus.

Für das neue Ausbildungsjahr ab Herbst gab es zudem deutlich weniger Bewerbungen als in den vergangenen Jahren, so die Beobachtung von Haumann. „Ich habe das Gefühl, dass sich die Schulabgänger in einer Art Schockstarre befinden.“ Aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie. Und diese Beobachtung gelte nicht nur für das Kfz-Handwerk.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt
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