Trip in Lünens Geschichte

LÜNEN Sicherlich weiß der interessierte Bürger, dass der Norden Lünens mit der Gebietsreform 1975 eingemeindet wurde. Aber weiß er auch, wo die letzte Kuh Altlünens gestorben ist? Oder dass Alstedde ein Ort war, an dem den Göttern geopfert wurde? Natürlich nicht!

von Von Heiner Höckmann

, 09.07.2008, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unter der Leitung von Doris Potjans trafen sich am Sonntag 20 Interessierte am Altlüner Gymnasium zu einer dreieinhalb stündigen Fahrradtour durch den Norden der Stadt.

Unter der Leitung von Doris Potjans trafen sich am Sonntag 20 Interessierte am Altlüner Gymnasium zu einer dreieinhalb stündigen Fahrradtour durch den Norden der Stadt.

Es sei denn, er hat an einer der so genannten Sonntagsführungen teilgenommen. Unter der Leitung von Doris Potjans trafen sich am Sonntag 20 Interessierte am Altlüner Gymnasium zu einer dreieinhalb stündigen Fahrradtour durch den Norden der Stadt.

Viele Anekdoten

Potjans nahm die Teilnehmer mit auf einen mit Anekdoten gespickten Streifzug durch die Jahrhunderte. Sie berichtete von der historischen Heide- und Dünenlandschaft, von den bäuerlichen Strukturen der Region und natürlich auch von Industrialisierung und Bergbau.

Nächste Station war das von Rudolph Nagell 1690 erbaute, älteste Kötterhaus der Stadt in der Laakstraße 45. Hier starb im Mai 2008 die letzte Kuh der ehemaligen Gemeinde Altlünen.

Die Schule Hummelknäppen wurde 1865 als erstes Schulhaus Altlünens erbaut. Kurios: Der neue Lehrer musste für die Pension seines Vorgängers aufkommen.

Vor dem Gut Alstedde (al wie Götter und stedi wie Stätte) genießt man einen herrlichen Blick über das Lippetal und Lünen. Der Hof selbst wurde 1850 erbaut und war mit aufwendigen Türmen und Zinnen geschmückt, die sehr teuer waren. Die Folge: Der Erbauer verschuldete sich so stark, dass er den Hof verkaufen musste. Einer der Pächter des Hofes sollte laut Potjans drei Wagenladungen mit Leergut seiner trinkfreudigen Vorpächter entsorgen, bevor er einziehen konnte.

Großsteingrab

Am Sprengers Knapp stieß man 1908 auf ein Großsteingrab, leider ohne es archäologisch zu untersuchen. Lediglich zwei große Decksteine sind noch vorhanden. Einer befindet sich in der Gaststätte Heideblümchen, der andere als Denkmal vor der St. Ludgeruskirche.

Weiter ging die Tour zum Reygershof dessen Geschichte bis 1299 zurückgeht – damals noch unter dem Namen Pelleringshof. Hier wurden Holz- und Bauerngerichte abgehalten. Durch den Bau des Regenrückhaltebeckens und der Eindeichung der Lippe konnte der Hof schließlich nicht mehr wirtschaftlich geführt werden und stellte seinen Betrieb ein.

1897 wurde die Lüner Glashütte gegründet. Damals war Glas noch ein Luxusgut.

Seit den 20er Jahren war die Fertigung halbautomatisch und die Produkte wurden unter den Namen „Westfalia“ und „Küchenglück“ vermarktet. Der Werbeslogan lautete damals: „Gesichert ist das Einkochgut, wenn Küchenglück Glas das Seine tut.“

Über die Döttelbeckstraße ging es in Richtung Zeche Viktoria I/II. Mit dem Bau der Zeche wurde 1910 auch die Viktoriasiedlung gebaut. 50 Häuser für Beamte und 600 Bergarbeiterwohnungen fanden hier Platz.

Tour endet am See

Über die schon 1826 gegründete Eisenhütte Westfalia – und den Biohof Schulze Wethmar, der im Jahre 900 erstmals erwähnt wurde, endete die Tour am Cappenberger See.

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