Trickbetrüger bringen Lüner Rentnerin um ihr Erspartes

Als Polizisten ausgegeben

Es ist eine bekannte Masche: Trickbetrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus. Im Fall einer Rentnerin aus Lünen taten sie es mit einer unglaublichen Hartnäckigkeit.

Lünen

12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

In einem Zeitraum von zehn Tagen, vom 1. bis 10. April, haben die Täter die Rentnerin aus Alstedde offenbar immer wieder am Telefon bedrängt. Bis sie schließlich an das Geld kamen. Es muss eine höhere Summe gewesen sein. Wieviel genau, teilte die Polizei am Freitag (12. April) nicht mit.

Laut Polzeiangaben hat der Betrug am 1. April mit Telefonanrufen von einer angeblichen Polizeibeamtin begonnen: Ob Schmuck, Wertsachen oder Bargeld im Hause seien - die Seniorin sei ins Visier einer Verbrecherbande geraten und müsste alles in sichere Hände geben.

Angeblich von Interpol

Die 85-jährige Frau aus Alstedde verwies auf die sichere Aufbewahrung ihrer Sachen in einer Bank. Doch die Betrüger ließen nicht locker. Ab diesem Tag klingelte das Telefon mehrfach. Am anderen Ende entweder die unbekannte Frau oder ein angeblicher Kriminalbeamter von Interpol. Die Betrüger witterten Beute und riefen weiter fleißig an, so die Polizei. Immer wieder.

Die Seniorin holte schließlich unter dem Druck der Betrüger das Geld vom Sparbuch ab und brachte es auf Veranlassung der Anrufer in ein Bankschließfach. Genau das, da ist sich die Polizei sicher, gehört zur Masche: Denn nach weiteren Anrufen brachten die Täter die Frau dazu zu glauben, dass auch hier das Geld nicht sicher sei und sie es aus dem Schließfach holen solle. „Als sie das dann auch tat, konnte keiner der Bankangestellten misstrauisch werden und nachfragen, was sie denn mit so einer hohen Summe Bargeld wolle und ob sie auch wirklich sicher sei, alles abholen zu wollen“, heißt es in der Polizeimitteilung.

Übergabe am Hünenweg

Letztlich kam es dann am 8. April um 21.30 Uhr im Hünenweg in Alstedde zu einer Geldübergabe an einen falschen Polizeibeamten. Damit aber nicht genug. Auch danach noch, erklärte eine Polizeisprecherin, habe es weitere Anrufe gegeben. Offenbar glaubten die Trickbetrüger, es sei noch mehr zu holen.

Schließlich aber meldete sich die um ihre Ersparnisse betrogene Frau bei der Polizei. Sie beschreib den Mann, dem sie das Geld aushängigte, so: 185 cm groß, rundes Gesicht, gebräuntes Aussehen, kräftige, leicht rundliche Statur. Er trug einen Helm oder eine Mütze, eine dunkle Weste und sprach akzentfrei Deutsch.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter Tel. (0231) 132 7441 zu melden.

Die Polizei Dortmund warnt:

  • Vergessen Sie niemals: Trickdiebe sind erfinderisch, wenn sie an Ihre Wertgegenstände kommen wollen! Informieren Sie Seniorinnen und Senioren in Ihrer Familie und besprechen Sie offen die Maschen der Betrüger. (Bei Fragen helfen Ihnen die im Opferschutz besonders geschulten Beamtinnen und Beamten der Polizei gerne unter Tel. (0231) 132-7950.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand am Telefon um Geld bittet! Die Polizei wird Sie nicht anrufen und nach Ihren Vermögenswerten oder nach Kontodaten fragen!
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner - zum Beispiel ein angeblicher Polizist - um Geld von Ihnen bittet!
  • Sind Sie sich unsicher, ob „echte“ Polizeibeamte vor Ihnen stehen oder Sie anrufen, ziehen Sie Nachbarn, Familienangehörige oder direkt die Polizei (unter Tel. 110) hinzu.
  • Ein Anruf bei der zentralen Vermittlung der Polizei, ob dort zum Beispiel ein „Herr Weber“ arbeitet, reicht jedoch nicht aus. Fragen Sie konkret nach einem Einsatz bzw. nach Ermittlungen an Ihrer Adresse.
  • Die Polizei wird Sie nie mit der Rufnummer „110“ anrufen!
  • Übergeben Sie Ihr Geld niemals an Ihnen unbekannte Personen!
  • Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie einen verdächtigen Anruf erhalten haben - egal, ob Sie den Betrug erkannt und aufgelegt haben oder schlimmstenfalls sogar Opfer geworden sind. Und: Erstatten Sie Anzeige!
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