Tote Aale im Cappenberger See: Angler haben eine Erklärung

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Sie wollte eine Runde Tretbootfahren. Dabei sind der Besucherin tote Aale im Wasser des Cappenberger Sees aufgefallen. Der Angelsportverein Gute Hoffnung hat dafür eine Erklärung.

von Kimberly Becker

Lünen

, 27.08.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Tretbootfahren auf dem Cappenberger See hat die Besucherin tote Aale gesehen. Sie trieben im Wasser. Den Geruch habe sie nicht ertragen können. Ihr Erlebnis schildert sie im sozialen Netzwerk Facebook. Was kann der Grund für das Fischsterben sein? Der europäische Aal ist vom Aussterben bedroht. Seit den 70er Jahren ist sein Bestand um 98 Prozent zurückgegangen. Für das Problem am Cappenberger See gibt es einen besonderen Grund.

Anglerverein gibt Entwarnung

Der Angelsportverein Gute Hoffnung hat den Cappenberger See gepachtet. Die Mitglieder wissen genau über die Vorgänge dort im Wasser Bescheid. Sie sehen keinen Anlass zur Besorgnis. „Es stimmt, dass einige Aale bisher verendet sind. Bisher haben wir 16 Aale aus dem See entnommen. Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung", sagt der erste Vorsitzende Torsten Sellin.

Heißes Wetter ist schuld

Auslöser für das Sterben seien zwei Dinge: ein gewisser Erreger, der sich in jedem Aal befinde, und die Hitze der letzten Wochen. Aale tragen ein Virus in sich, das ab einer Wassertemperatur von 25 Grad Celsius und mehr ausbrechen kann und die Tiere erkranken und sterben lässt. Das betreffe laut Sellin jedoch nur alte Aale. Jungtiere habe er bisher nicht entdecken können. Das bedeutet, dass das Sterben ausschließlich am erwärmten Wasser liegt und nicht etwa an einer schlechteren Wasserqualität.

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Nur alte Aale betroffen

Sämtliche Aale, die bisher gefunden wurden, seien sehr alt, was man an der Größe von 70 bis 90 Zentimetern erkennen könne. Besonders das Wasser am Cappenberger See erhitze sich schnell bei den Temperaturen der letzten Wochen, da es relativ flach sei. Die toten Aale seien aber normal und nicht besorgniserregend.

Gute Wasserqualität

Ähnlich äußert sich Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Die Abteilung Stadtgrün habe mit dem Angelsportverein und dem Kreisfischereiberater beim Kreis Unna, Michael Prill, Rücksprache gehalten. Auch Spangardt nannte die hohen Temperaturen und die besondere Anfälligkeit alter Aale als Grund für das Problem. Er sprichtin dem Zusammenhang von etwa 25 toten Tieren, die inzwischen eingesammelt worden seien. Ein „Fischsterben“ liege aus Sicht der Stadtverwaltung daher nicht vor. Die Wasserqualität im Cappenberger See sei gut.

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