Die Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten-Anlage im Herzen der Lüner City sollen verlängert werden. © Goldstein
Innenstadt

Toiletten-Anlage in Lüner Innenstadt soll erst nach Lockdown länger öffnen

Wer in der Lüner City auf die Toilette muss, hat häufig schon an normalen Tagen ein Problem - unabhängig von Corona. Der Lockdown verschärft mitunter die Situation, weil die Geschäfte zu sind.

Die Stadt Lünen plant eine Ausweitung der Öffnungszeiten der Toiletten-Anlage in der Lüner Innenstadt. Allerdings erst dann, wenn der jüngst verlängerte Lockdown beendet und die Geschäfte in der City wieder öffnen dürfen. Das erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Freitag (15. Januar) im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Es laufen Gespräche mit der Das-Dies-Service-GmbH, die die Toiletten-Anlage bewirtschaftet – in Zusammenhang mit der Fahrradwerkstatt auf der anderen Seite des Kinos“, sagte Spangardt weiter.

Angebot schon im Herbst

„Wir haben bereits im Herbst ein Angebot für eine Verlängerung der Öffnungszeiten angefordert. Angestrebt war eine Ausweitung bis 19 Uhr, insbesondere, um die Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt besser abzudecken.“

Als das Angebot Anfang Dezember vorgelegen habe, so der Stadtsprecher, „war aber gerade der Lockdown“ verkündet worden. Das hieß, dass die Geschäfte in der Innenstadt zum großen Teil gar nicht geöffnet waren (und sind) und es kaum Gründe gibt, die Innenstadt aufzusuchen“.

Drei Stunden länger

Deshalb habe die Verwaltung und die Das-Dies-Service-GmbH von einer Ausweitung zunächst abgesehen. Und hat damit wohl richtig gelegen: „Festhalten möchte ich“, sagte Spangardt am Freitag (15. Januar), „dass es seit Dezember – also seit dem Lockdown-Beginn – zu dem Thema keine Beschwerden beim Beschwerdemanagement des Rathauses gegeben hat“. Dabei war die Anlage vom 21. Dezember bis Donnerstag (14. Januar) sogar nur an den Markttagen von 9 bis 15 Uhr wegen „personeller Engpässe“ bei Das-Dies geöffnet.

Das Ganze spreche für die Einschätzung von der Verwaltung und von Das-Dies, wonach der Lockdown die Frequenz in der Fußgängerzone – und damit auch die Fälle, in denen die Toilette gebraucht wird – senkt und eine Ausweitung derzeit nicht unbedingt nötig ist.

Ausweitung nach Ende des Lockdowns

Es sei aber nach wie vor geplant, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt, die Öffnungszeiten montags bis freitags von derzeit 9 bis 16.30 Uhr um zweieinhalb Stunden auf 9 bis 19 Uhr auszuweiten – wenn auch die Geschäfte in der Innenstadt wieder öffnen dürfen.

Samstags bleibt es bei 9 bis 14.30 Uhr, sonntags bleibt die Toiletten-Anlage, zwischen Marktplatz und Kino gelegen, weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen.

Und was ist mit den Toiletten im Rathaus gegenüber dem Bürgerbüro? Darauf antwortete Spangardt so: „Da das Rathaus aufgrund der Corona-Pandemie generell geschlossen ist beziehungsweise nur mit Termin zugänglich ist, sind auch die Toiletten zur Zeit nicht öffentlich zugänglich. Wir haben im Eingangsbereich ein Hinweisschild auf die Anlage auf der anderen Seite des Marktplatzes und deren Öffnungszeiten angebracht.“

Dringendes Bedürfnis

Unabhängig davon, so der Stadtsprecher, würde eine Öffnung das Problem aber auch nicht wirklich lösen, weil auch ohne Corona das Rathaus regelmäßig um 16.30 Uhr schließt – außer donnerstags (18 Uhr) und freitags (12.30 Uhr). Was nicht heißt, dass die Toiletten in Notfällen zurzeit gar nicht zur Verfügung stehen:

„Wenn jemand mit einem dringenden Bedürfnis zu den Öffnungszeiten an der Rezeption darum bittet, die Toilette im Rathaus benutzen zu dürfen, wird er nicht abgewiesen werden.“

Bessere Situation erwünscht

Stadtsprecher Benedikt Spangardt räumte ein, dass die Toiletten-Lage generell und unabhängig von Corona besser sein könnte. Der Verwaltung sei bewusst, dass Anzahl und Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten knapp bemessen seien:

„Perspektivisch werden wir im Rathaus dazu Überlegungen anstellen, weil auch wir uns eine bessere Situation für die Bürgerinnen und Bürger wünschen. Wie so oft wird eine eventuelle Lösung letztlich aber auch eine Frage der Finanzierung sein.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks

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