Teures Parfum in Lünen gestohlen: Detektiv stoppt 32-Jährigen aus Werne

dzAmtsgericht

Mit einem teuren Parfum wollte ein 32-Jähriger in einem Lüner Kaufhaus offenbar das Weite suchen – und geriet an den Detektiv. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld. Das half ihm nicht.

von Sylvia Mönnig

Lünen, Werne

, 17.11.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl er unaufhörlich erklärte, er habe nichts getan, hat der Parfumdiebstahl in einem Lüner Kaufhaus für einen 32-Jährigen noch ein Nachspiel.

91,95 Euro kostete der Duft der bekannten Marke Gucci, der es dem 32-Jährigen aus Werne und seiner Begleiterin am Mittag des 11. Februar bei einem Streifzug durch das Kaufhaus angetan hatte. Kurzerhand, so der Vorwurf, steckte er den Flakon in die Tasche seines Pullovers und strebte in Richtung Ausgang. Da kam er allerdings nicht an. Vielmehr machte er die Bekanntschaft des Detektivs. Und, kurz darauf wurde ihm ein Strafbefehl zugestellt. Er sollte 600 Euro Geldstrafe zahlen. Doch das sah er gar nicht ein und legte Einspruch ein.

Angeklagter beteuert Unschuld

Nun wurde der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt und der Angeklagte erklärte in regelrechter Dauerschleife: „Ich habe nichts gemacht.“ Und: „Ich habe nichts geklaut.“ Vielmehr habe er die Parfümflasche, bei der es sich um den Tester gehandelt habe, genommen und habe damit zur Kasse gehen wollen, um nach einer kleineren Größe zu fragen. Da sei aber schon der Detektiv aufgetaucht, habe ihn an der Hand gepackt und ins Büro gezerrt. Überhaupt: „Warum sollte ich eine halbe Flasche klauen?“ Wenn er so etwas vorgehabt hätte, hätte er doch eine neue, volle Flasche genommen.

Aufzeichnung der Überwachungskamera

Die Aufzeichnungen der Überwachungskamera sprachen allerdings eine andere Sprache. Darauf, so der Richter, sei eindeutig zu sehen, dass der Angeklagte das Parfüm in die Tasche stecke und durch den Kassenbereich schlendere. Der 32-Jährige blieb stur. Und das änderte sich auch nicht, als ihn der Detektiv im Zeugenstand belastete. Nur die Lautstärke des Werners nahm zu – und dafür gab es deutliche Worte des Richters. Besinnen wollte sich Mann auf der Anklagebank immer noch nicht. „Ich sage es nochmal: Ich habe nichts gemacht.“

Das sahen der Vertreter der Anklage und der Richter ganz anders. Sie werteten die Version des 32-Jährigen als reine Schutzbehauptung und hatten keinerlei Zweifel an seiner Absicht, das Parfüm zu stehlen. Auf dem Video sei dokumentiert, dass der Angeklagte niemanden angesprochen habe und schon fast am Ausgang gewesen sei, als er von dem Detektiv gestoppt wurde, so der Richter.

1500 Euro Geldstrafe

Das Ende fiel angesichts der absoluten Unbelehrbarkeit und besserer Einkommensverhältnisse bitter aus: Anstelle der ursprünglich verhängten 600 Euro wurde er nun zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt. Für ihn kein Grund aufzugeben: „Ich mache weiter. Ich nehme mir einen Anwalt. Ich zahle nichts. Ich habe nichts gemacht.“

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