Die Unterschiede bei den Friedhofsgebühren hat der Bund der Steuerzahler NRW ermittelt. © Bärbel Hildebrand / BdSt NRW
Rangfolge

Teurer Tod: Bestattungskosten in Lünen liegen im guten Mittelfeld

Sterben ist teuer. Laut einer Auswertung des Bunds der Steuerzahler NRW aber in manchen NRW-Städten noch kostenintensiver als in anderen. Lünen belegt in dieser Tabelle keinen Spitzenplatz.

206.479 Menschen sind laut Statistik im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen verstorben. In Lünen waren es 2019 1065. Die meisten finden ihre letzte Ruhe auf kommunalen oder kirchlichen Friedhöfen. Wie tief Angehörige für diese Bestattungen in den verschiedenen NRW-Städten in die Tasche greifen müssen, hat sich der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW einmal genauer angeschaut: Ausgewertet wurden die Gebührensatzungen für kommunale Friedhöfe der 57 Städte mit mehr als 60.000 Einwohnern. Lünen liegt dabei im guten Mittelfeld.

Unter vielen verschiedenen Möglichkeiten hat sich der BdSt zwei Varianten herausgegriffen. Betrachtet wurden zum einen die Gebühren für eine Sargbestattung im Wahlgrab. Hier bestimmen die Angehörigen zusammen mit der Friedhofsverwaltung die Lage des Grabes auf dem Friedhof. Zum anderen verglich der Bund die Kosten für eine Urnenbestattung im Reihengrab. Hier belegt die Friedhofsverwaltung eigenständig die Grabflächen der Reihe nach. „Die Vorzüge des Wahlgrabes gegenüber dem Reihengrab erklären zum Teil, warum eine Bestattung im Sargwahlgrab im NRW-Durchschnitt mehr als doppelt so teuer ist wie die Bestattung in einem Urnenreihengrab“, heißt es in einer Mitteilung. Der höhere Flächenverbrauch bei einer Sargbestattung sei ein weiterer Grund für die höheren Gebühren. Die Kosten setzen sich dabei jeweils aus den Gebühren für die Grabnutzung, für die Bestattung sowie der Nutzung der Trauerhalle zusammen.

Teures Sterben in Gladbeck

Beim Vergleich der Kosten stellt der BdSt NRW fest: Am teuersten ist eine Sargbestattung auf einem kommunalen Friedhof mit 5396 Euro in Gladbeck, am günstigsten mit 1848 Euro in Hagen. Der NRW-Durchschnitt liegt bei rund 3118 Euro.

In Lünen liegen die Kosten für eine Sargbestattung auf einem der fünf kommunalen Friedhöfe mit einer Gebühr 2405 Euro etwas unter dem NRW-Durchschnitt, aber deutlich über Hagen. In der Nachbarstadt Dortmund zahlt man gut 1500 Euro mehr.

Gravierende Unterschiede gibt es auch bei einer Bestattung im Urnenreihengrab. NRW-Spitzenreiter ist hier Dorsten mit 1875 Euro. 531 Euro müssen in Gütersloh dafür bezahlt werden. Der NRW-Durchschnitt beläuft sich auf 1340 Euro.

In Lünen zahlen Angehörige für eine Bestattung im Urnenreihengrab 1525 Euro, also etwas mehr als den NRW-Durchschnitt und auch 155 Euro mehr als die Dortmunder Nachbarn .

Stadt kann Gebühren senken

Und in Ratingen, mit 87.520 Einwohner eine Stadt der gleichen Größenordnung, ist eine Sargbestattung zwar 950 Euro teurer als in Lünen, bei einer Urnenbestattung müssen die Ratinger aber um 552 Euro weniger tief in die Taschen greifen.

Der BdSt NRW weist auf verschiedene Möglichkeiten hin, die Gebühren für die kommunalen Friedhöfe zu senken. So könne ein Teil der Unterhaltungskosten für Friedhöfe aus dem kommunalen Haushalt bezahlt werden. Das erklärt die Unterschiede zwischen den Städten. Trotz dieser Möglichkeit sind die Bestattungen auf kirchlichen Friedhöfen Lünens deutlich günstiger.

Eine Erdbestattung im Wahlgrab kostet auf dem Evangelischen Friedhof Horstmar-Preußen inklusive der Nutzung der Kapelle an einem Samstag und der Bestattung 2070 Euro; die Urnenbestattung im Reihengrab 1615 Euro.

Auf dem katholischen Friedhof Herz Mariä Horstmar kostet eine Erdbestattung 1900 Euro, eine Urnenbeisetzung 1300 Euro.

Teures Ruhen im Wald

Auf dem katholischen Friedhof St. Marien gibt es lediglich Wahlgrabstätten. Die für Särge kosten 1700 Euro. Für eine Bestattung auf dem Evangelischen Friedhof Münsterstraße zahlen Angehörige 2185 Euro pro Sargbestattung. Die Urnenbeisetzung im Reihengrab kostet 1840 Euro.

Und eine Waldbestattung im Ruheforst Cappenberg beläuft sich auf bis zu 8300 Euro im Familien- oder Freundschaftsbiotop plus 380 Euro für die Beisetzung (320 Euro unter der Woche).

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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