Taxifahrer um Geld geprellt: „Weinender Betrüger“ steht erneut vor dem Lüner Amtsgericht

dzBetrug

Nicht zum ersten Mal stand ein 39-jähriger Lüner vor Gericht. Immer wieder hat er versucht, mit anrührenden Geschichten Geld zu erschleichen. Vor dem Richter nannte er den Grund dafür.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 26.10.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 39-jährige Lüner ist stadtbekannt. In der Vergangenheit hatte er sich immer wieder mit herzzerreißenden Geschichten von einem Notstand Geld erschlichen. Im Dezember 2018 wurde er deshalb zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten verurteilt.

Am Freitag (25.) saß er erneut auf der Anklagebank im Lüner Amtsgericht. Dieses Mal wegen 7-fachen Betrugs. In allen Fällen hatte er Taxifahrer um die Fahrkosten geprellt, Beträge zwischen 20 und 60 Euro. Vornehmlich nachts war er mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Dortmund gefahren um sich Rauschgift zu besorgen. Die Heimfahrt trat er mit dem Taxi an. Immer zu seiner korrekten Wohnadresse. Unter dem Vorwand, schnell Geld aus der Wohnung holen zu wollen, verließ er das Taxi, kehrte aber nicht zurück. Nannte ein geprellter Taxifahrer auf der Wache die Adresse, wussten die Beamten gleich Bescheid.

Vor Gericht räumte der Angeklagte alle Taten ein. Der Suchtdruck war so groß, erklärte er, auf der Straße hätte er das Rauschgift nicht zu sich nehmen wollen, deshalb sei er mit dem Taxi zurück nach Lünen gefahren.

Mittlerweile hat er einen Entzug und eine Therapie erfolgreich abgeschlossen. Er arbeitet wieder und lebt in einer festen Beziehung. Mit seiner Bewährungshelferin arbeitet er gut zusammen. Auf sie mache er einen reflektierten Eindruck und hätte eine positive Einstellung zur momentanen, schwierigen Situation, sagte sie.

Er ist in Privatinsolvenz, seine Schulden bezifferte er mit 50.000 bis 80.000 Euro. Im Hinblick auf die bereits verhängten Strafen wurde das Verfahren am Freitag eingestellt.

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