Im Rewe Hübner an der Cappenberger Straße gibt es Ärger um die Farben der Masken, die Kunden tragen sollen. © Varga
Coronavirus

Streit um Maskenfarbe: Rewe in Lünen erntet harte Kritik für Vorgehen

Im Einzelhandelsbetrieb herrscht seit Montag die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Bei einem Einzelhändler in Lünen soll die Farbe der Maske zusätzlich eine Rolle spielen.

Eine heftige Debatte um das Thema medizinische Masken entbrannte am Mittwoch (27.1.) im Sozialen Netzwerk Facebook. In einer Lüner Gruppe wurde dabei heftige Kritik an der Vorgehensweise zweier Rewe-Märkte geübt. Vorwurf: In den besagten Märkten dürften nur grüne oder blaue OP-Masken getragen werden.

Auslöser der Debatte ist die aktualisierte Maskenpflicht in der Corona-Schutzverordnung des Landes, die seit Montag (25.1.) in Kraft ist. Laut dieser ist das Tragen einer medizinischen Maske nach der Norm EN 14683, bzw. KN95/N95 oder FFP2 in „Einzelhandelsgeschäften, Apotheken, Tankstellen, Banken usw. sowie in Arztpraxen und vergleichbaren medizinischen Einrichtungen, im ÖPNV (auch an Bahnhöfen und Haltestellen), während Gottesdiensten und anderen Versammlungen zur Religionsausübung“ verpflichtend.

Farbige Restriktion ist vom Land nicht vorgegeben

Darin nicht inbegriffen ist, welche Farbe die OP-Masken haben müssen. Maßgeblich ist einzig die Norm. Auf der Internetseite des Landes NRW wird zu den Corona-Maßnahmen und der Maskenpflicht lediglich darauf hingewiesen, dass diese Masken vor allem in blau und grün vertreten seien.

In den beiden Rewe-Hübner-Filialen in Lünen soll die Farbe der Maske aber eine Rolle spielen. Ein Facebook-Nutzer machte in einer lokalen Gruppe in Lünen seinem Ärger darüber Luft und schreibt in seinen Beitrag: „Rosa oder andere Farben sind nicht erlaubt laut Aussage der Geschäftsleitung. OP-Masken mit DIN 14683 gibt es in sämtlichen Farben und sind laut Regierung geeignet und zulässig. Aber da kommt ja wieder das Hausrecht.“

Der Beitrag erhielt viel Aufmerksamkeit und Rückmeldung etlicher Nutzer, denen die Farbrestriktion sauer aufstößt. Die Diskussion dreht sich aber vor allem darum, ob das Verbot in den Rewe-Märkten zu rechtfertigen sei. „Schon einmal darüber nachgedacht, dass es ‚nachgemachte‘ Masken gibt, die den Anforderungen nicht entsprechen?“, fragt ein Nutzer. Es sei gängig, dass die blauen und grünen Masken genormt seien. Wieder andere halten in ihren Kommentaren dagegen: „Richtig, aber es gibt auch blaue oder grüne, die keine Norm erfüllen.“ Selbst eine Nutzerin aus Bayern schaltet sich in die Debatte ein: „Bei uns darf man nur die FFP2-Masken in der Öffentlichkeit tragen.“

Rewe Hübner hat auf mehrere Anfragen unserer Redaktion am Mittwoch und Donnerstag nicht reagiert .

Farbe spielt in anderen Läden keine Rolle

Andere Einzelhandelsketten in Lünen verweisen nach unserer Anfrage auf die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske. Welche Farbe die Maske hat, spiele allerdings keine Rolle. „Im Sinne aller sind unsere Mitarbeiter dazu angehalten, auf die Einhaltung der aktuellen Regelungen zu achten und Kunden, die sich nicht daran halten, auf die Vorgaben hinzuweisen“, sagt etwa Aldi-Sprecher Christian Salmen. Mit den Kunden habe man bisher gute Erfahrungen gemacht, die neue Verordnung werde ernst genommen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch durch die Aussagen anderer großer Ketten ab, etwa Kaufland und Lidl. „Wir appellieren an jeden Einzelnen, verantwortungsvoll mit der Situation und rücksichtsvoll miteinander umzugehen“, sagt Melanie Pöter, Sprecherin von Lidl.

Und auch von Seiten der Kunden gibt es positive Rückmeldung. Eine Kundin der Kaufland-Filiale am Mersch in Lünen sagt dazu: „Ich trage ohnehin seit einiger Zeit nur noch medizinische Masken. Das war keine große Umstellung für mich.“ Für die Einschränkung in den Rewe-Filialen hat sie wenig Verständnis. „Es ist gerade für die Leute schwer genug. Sowas sorgt doch nur dafür, dass die Lager noch mehr gespalten werden.“

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
Zur Autorenseite
Denise Felsch

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.