Das Geschäft von Street-One-Cecil an der Langen Straße. Mit Anmeldung dürften Kunden ab 8. März wieder in den Laden. © Goldstein
Einzelhandel und Corona

Street-One-Cecil-Chefin aus Lünen skeptisch: Shoppen mit Anmeldung?

Sie darf wieder öffnen. Endlich. Doch die Freude bleibt Daniela Große Kleimann von Street-One-Cecil in Lünen etwas im Halse stecken. „Mal sehen“, sagt sie, „wie das wirklich laufen wird“.

Die Frühjahrsware ist eingetroffen. Luftige Mode in frischen Farben hängt auf den Bügeln und liegt in den Regalen des Lüner Geschäfts Street-One-Cecil an der Langen Straße. Das Problem: Bislang hatte dort noch niemand etwas davon. Denn das Geschäft musste wie der gesamte Einzelhandel eine fast drei Monate lange Zwangspause machen. Die ist ab Montag, 8. März zu Ende – und doch nicht. Daniela Große Kleimann ist hin- und hergerissen wegen der Beschlüsse aus Berlin.

Die Geschäftsführerin des neuen Modegeschäfts an der Langen Straße 22 weiß am Tag nach dem nächtlichen Corona-Gipfel nicht so recht, was sie von den Ergebnissen des jüngsten Corona-Gipfels halten soll. Ab Montag (8. März) ist der Einkauf vor Ort in Geschäften des Einzelhandels grundsätzlich wieder möglich. Es gibt aber Voraussetzungen. Und Bedingungen. Und damit wird es kompliziert – für alle Beteiligten: den Einzelhandel, die Verwaltungen und die Kundinnen und Kunden.

„Click and meet“ im Laden

Vieles ist noch unklar, so viel aber sicher: Bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – in NRW liegt der Wert aktuell bei 63, im Kreis Unna bei 68,4 – ist die „Öffnung des Einzelhandels für sogenannte Terminshopping-Angebote („Click and meet“)“ möglich, heißt es im 13-seitigen Beschlusspapier der Bundeskanzlerin und der Länderchefs. Was das bedeutet wird da noch näher ausgeführt: Dabei werde eine Kundin oder ein Kunden „pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum“ im Geschäft zugelassen. Wer wann da war, sei genau zu dokumentieren – zwecks Kontaktnachverfolgung im Infektionsfall.

Daniela Große Kleimanns Lüner Geschäftsräume messen 100 Quadratmeter. Rein rechnerisch dürften also zwei Menschen shoppen. Oder doch nur einer? Und wie

melden sich die Kundinnen und Kunden an? Wie lässt sich die gewünschte Besuchszeit reservieren? In welcher Taktung? Fragen über Fragen, die jetzt sowohl auf Daniela Große Kleimann als auch für alle ihre Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel einstürzen. Eigentümergeführte Geschäfte hätten es jetzt leichter, meint sie. „Da sind die Inhaber vor Ort und können alles regeln.“ Wer wie sie vier Läden führt – neben Lünen noch in Soest, Anröchte und Wadersloh -, komme noch mehr ins Rotieren als ohnehin schon.

Technische Unterstützung zum Anmelden

Daniela Große Kleimann setzt auf technische Unterstützung: Online-Portal, E-Mail, Kunden-App und Telefon. „Ich bin gespannt“, sagt sie. Sie hofft darauf, dass der Inzidenzwert möglichst rasch unter 50 fällt, denn dann würden auch spontane Shopping-Besuche wieder möglich, wenn auch unter Bedingungen, die sich im Beschlusspapier aus Berlin erneut alles andere als unkompliziert lesen: „Mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 Quadratmetern für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem

weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter“.

Geschäftsstart in Lünen zum ersten Lockdown

Corona hat das Lüner Geschäft von Daniela Große Kleimann besonders hart getroffen. Als sie das Ladenlokal der ehemaligen Mc-Paper-Filiale übernommen hatte, schien die Welt noch in Ordnung: bundesweit steigende Einkommen, stabile Sparquote, Rekord-Erwerbstätigkeit. Das war am 3. Februar. Damals begann der Umbau. Am 19. März sollte Eröffnung sein. Einen Tag zuvor musste der Einzelhandel schließen: Lockdown. – sieben Wochen lang. Die Öffnung damals unter Auflagen wurde am 16. Dezember – das Weihnachtsgeschäft lief gerade auf Hochtouren – abrupt beendet: zweiter Lockdown.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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