Stolzenhoff-Party überschattet von Schlägereien, Platzverweisen und Festnahmen

dzPolizei hat Gesprächsbedarf

Der Caterer Stolzenhoff feierte am Osterwochenende sein 70-jähriges Bestehen mit einer riesigen Mallorca-Party. Dabei lief nicht alles nach Plan: Die Polizei war im Dauereinsatz.

Lünen

, 29.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Mehrere tausend Menschen besuchten am Osterwochenende die „Mallorca-Party“ des bundesweit tätigen Caterers Stolzenhoff an dessen Firmensitz in Brambauer. Dabei ging es nicht nur friedlich zu: Die zweitägige Feier am Karsamstag (20. April) und am Ostermontag (22. April) war überschattet von zahlreichen Polizei- und Rettungsdiensteinsätzen. Es gab einige Schlägereien und Festnahmen sowie jede Menge Platzverweise. Das ergaben Recherchen unserer Redaktion am Montag (29.) bei der Polizei Dortmund und der Stadt Lünen.

Krisentreffen im Technischen Rathaus

Zu den Ereignissen findet „auf Ersuchen der Polizei“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt, am kommenden Mittwoch (8. Mai) ein Treffen von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und der Stolzenhoff-Geschäftsführung im Technischen Rathaus statt. Wie eine Polizeisprecherin sagte, soll es bei dem Gespräch darum gehen, solche Vorfälle wie an dem Osterwochenende bei künftigen Veranstaltungen zu vermeiden. Es habe sich herausgestellt, dass das der Polizei bekannte Sicherheitskonzept nicht ausgereicht habe.

Helmut Stolzenhoff, Seniorchef des gleichnamigen Unternehmens erklärte, dass an beiden Tagen 20 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im Einsatz gewesen seien: „Im Festzelt gab es überhaupt keine Zwischenfälle. Das meiste passierte außerhalb unseres Firmengeländes auf der Straße.“ Das bestätigte die Polizei weitestgehend.

Einfache und schwere Körperverletzung

Nach Angaben der Polizeisprecherin ereigneten sich die meisten Vorfälle in den späten Abendstunden an Karsamstag. Dazu gehörte auch eine körperliche Auseinandersetzung zwischen einem 23-jährigen Dortmunder und einer 55-jährigen Lünerin. „Dabei zog sich die Frau eine Verletzung der Nase zu und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht“, sagte die Polizeisprecherin.

Stolzenhoff-Party überschattet von Schlägereien, Platzverweisen und Festnahmen

Seniorchef Helmut Stolzenhoff © Blandowski

„Auch Saufen muss gelernt sein. Eine Mallorca-Party wird es mit mir nicht mehr geben.“
Helmut Stolzenhoff

Ein Fall von einfacher Körperverletzung. Es gab aber auch einen Fall von gefährlicher Körperverletzung, bei dem ein 34-jähriger Lüner und eine 35-jährige Lünerin auf einen 18-jährigen Lüner eingeschlagen haben. In beiden Fällen wurden Strafanzeigen gestellt. Eine weitere Schlägerei ereignete sich Ostermontag gegen 22.30 Uhr. Daran beteiligt waren eine Lünerin (18) und eine Dortmunderin (16). „Dabei wurde die Dortmunderin leicht verletzt“, so die Polizeisprecherin.

20 Platzverweise, 10 Strafanzeigen

Alles in allem sprach die Polizei an beiden Veranstaltungstagen 20 Platzverweise aus. In vier Fällen mussten die Betroffenen eine Nacht in Polizeigewahrsam verbringen, weil sie den Platzverweisen nicht folgten. Außerdem zählte die Polizei zehn Strafanzeigen wegen Beleidigung oder Diebstahl.

In fast allen Fällen hat zu großer Alkoholkonsum eine Rolle gespielt. Die meisten Taten seien „von jungen Erwachsenen ausgeübt worden, die den Alkohol nicht vertragen haben“, sagte eine Polizeisprecherin.

Stolzenhoff: „Keine Mallorca-Party mehr“

Ähnlich äußerte sich Helmut Stolzenhoff: „Es ist uns zwar gelungen, mit der Party mehr junge Leute anzusprechen. Aber leider müssen wir im Nachhinein feststellen, dass es nicht funktioniert hat. Auch Saufen muss gelernt sein.“ Stolzenhoff ist sich sicher, dass die Jugendlichen sich außerhalb des Festzeltes mit Alkohol versorgt haben. Das sieht die Polizei ähnlich. Auch darüber werden die Beteiligten vermutlich am kommenden Mittwoch im Technischen Rathaus sprechen. Egal, was dabei herauskommt, für den Unternehmer Helmut Stolzenhoff steht jetzt schon fest: „Eine ‚Mallorca-Party‘ wird es mit mir nicht mehr geben.“

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