Der evangelische Kirchenkreis Dortmund hat bekannt gegeben, dass es in den Gemeinden - auch in Lünen und Selm - am 4. Advent und zu den Weihnachtstagen keine Gottesdienste geben wird. © Foto Blaszczyk (A)
Katholische Gemeinden halten an Messen fest

Stille Nacht in den evangelischen Gemeinden: Gottesdienste abgesagt in Lünen

Es wird eine wirklich stille Nacht in den evangelischen Gemeinden in Lünen. Der Kirchenkreis erklärte jetzt, dass es keine Gottesdienste am 4. Advent und an Weihnachten gibt.

Am Mittwochvormittag hatte der Kirchenkreis zu einem Pfarrkonvent eingeladen, um über die dringende Empfehlung der evangelischen Landeskirche zu beraten, an Weihnachten aufgrund der Corona-Lage keine Gottesdienste zu feiern.

Auf der Internetseite des Kirchenkreises heißt es dazu: „In den Evangelischen Kirchen in Dortmund, Lünen und Selm wird es in diesem Jahr am 4. Advent, am Heiligabend und an den darauffolgenden Weihnachtstagen keine Gottesdienste mit Besucherinnen und Besuchern vor Ort geben.“

Auch keine Gottesdienste unter freiem Himmel

Das gelte auch für Gottesdienste unter freiem Himmel wie die geplanten Auto-Gottesdienste auf dem Caterpillar-Parkplatz am Heiligabend. Damit schließt sich der Evangelische Kirchenkreis Dortmund der dringenden Empfehlung an, die von der Evangelischen Kirche von Westfalen ausgesprochen worden war. Sie gilt bereits ab dem kommenden vierten Adventssonntag und reicht zunächst bis zum 10. Januar.

Nun ist die Kreativität der Gemeinden vor Ort gefragt. Es werden gerade Ideen gesammelt, wie an Weihnachten dennoch – beispielsweise digital – Gemeindeleben stattfinden kann. Ohne direkten Kontakt, ohne die Gefahr, sich zu infizieren.

Die Presbyterien der drei evangelischen Gemeinden in Lünen werden darüber entscheiden. In Brambauer tagt das Presbyterium am Donnerstagabend (17.12.). Dabei will man entscheiden, welche Alternativen es geben kann. Klar ist aber, dass die Martin-Luther-Kirche in Brambauer bereits ab Donnerstag (17.12.) geschlossen bleiben wird.

Ebenfalls am Donnerstagabend trifft sich das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Lünen, um zu beraten, welche Möglichkeiten man an Weihnachten den Gemeindegliedern anbieten kann.

Das Presbyterium der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen hat bereits am Mittwochabend (16.12.) getagt und gemeinsam Alternativen zu den abgesagten Gottesdiensten gesucht. Welche es sind, will man am Freitag (18.12.) bekannt geben.

Katholische Gottesdienste finden statt

Die katholischen Gemeinden in Lünen halten an ihren Gottesdiensten zu Weihnachten fest, „Wir haben am Dienstag eine Rundmail vom Generalvikar des Bistums Münster bekommen, danach können die Gottesdienste wie geplant gefeiert werden“, so Pfarrer Michael Mombauer von St. Marien, den katholischen Gemeinden nördlich der Lippe.

Das Hygienekonzept sei verfeinert worden, der Mindest-Abstand von 1,50 Meter müsse gewahrt werden und es darf auch an Weihnachten nicht mehr im Gottesdienst gesungen werden. Mombauer: „Ich halte es für richtig und wichtig, dass wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir ansprechbar sind auch an Weihnachten.“

Die Gläubigen müssen sich anmelden zu den Gottesdiensten in St. Marien, St. Norbert, St. Gottfried und St. Ludger. „Das hatten wir für die Gottesdienste an den Feiertagen sowieso geplant und werden das jetzt auch bis Ende Januar so durchziehen“, sagt der Pfarrer. Anmelden kann man sich direkt auf der Homepage von St. Marien (www.st-marien-luenen.de), aber auch telefonisch. „Das wird auch gut angenommen“, so Mombauer.

Auch ohne Gesang soll es feierlich werden

Allerdings vermutet er, dass möglicherweise nicht alle tatsächlich in die Gottesdienste kommen werden, die sich angemeldet haben. Und auch, dass das Anmeldeverhalten mit dem nun beschlossenen Wegfall des Gemeindegesangs verhaltener werde. Aber auch ohne Gesang soll es feierlich werden. Da werde man weiter kreativ sein, so wie auch in den vergangenen Monaten.

Auch im Pastoralen Raum südlich der Lippe wird es an Weihnachten Gottesdienste geben. Dazu der leitende Pfarrer Dr. Thomas Roddey: „Es wird den Kirchen vom Erzbistum Paderborn aus bescheinigt, sehr vorbildlich die Schutzmaßnahmen einzuhalten.“ Gottesdienste an Weihnachten seien unter Einhaltung der strengen Vorschriften, wie sie seit einigen Monaten auch im Pastoralen Raum Lünen zur Regel geworden seien, erlaubt.

In einer Pressemitteilung des Erzbistums Paderborn heißt es: „Wir respektieren die Empfehlung der Evangelischen Kirche von Westfalen. Andere evangelische Landeskirchen halten dagegen an der Feier von Präsenzgottesdiensten fest. Das tun wir auch im Erzbistum Paderborn. Wir würden im Erzbistum Paderborn keine Entscheidung treffen, die – nach aller Wahrscheinlichkeit und Plausibilität – dazu führen könnte, das Infektionsgeschehen zu erhöhen.“

Teilnehmer-Obergrenze beschlossen

Erst am Dienstag kam aus Paderborn dazu ein aktuelles Schreiben. Darin heißt es u.a. dass die absolute Teilnehmerobergrenze für Gottesdienste unter Wahrung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln weiterhin 250 Personen in geschlossenen Räumen und 500 Personen im Freien beträgt. Auch hier darf nicht gesungen werden – weder in den Kirchen noch im Freien.

Die Kontaktdaten der Teilnehmenden bei Gottesdiensten in geschlossenen Räumen müssen erfasst werden, um eine einfache Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Bei Gottesdiensten im Freien bedarf es keiner Erfassung der Kontaktdaten, es sei jedoch für eine Abgrenzbarkeit und für

geregelte Zu- und Abgänge zum abgegrenzten Bereich Sorge zu tragen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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