Mia Kytzia ist Baumpatin für die neu gepflanzte Stechpalme, den Baum des Jahres. Hier mit Horst Störmer vom Stadtverband für Heimatpflege und der Infotafel. © Stadtverband für Heimatpflege
Pflanzaktion

Stechpalme: Baum des Jahres steht jetzt am Cappenberger See

Viele Menschen denken, sie ist ein Strauch. Doch die Europäische Stechpalme gehört zu den Bäumen, ist jetzt sogar „Baum des Jahres“. Nun steht ein Exemplar am Cappenberger See.

Für den Stadtverband für Heimatpflege ist es schon eine liebgewonnene Tradition, rund um den 25. April, den Tag des Baumes, ein Exemplar des jeweiligen „Baum des Jahres“ in Lünen zu pflanzen.

So groß kann die Europäische Stechpalme werden, wenn sie entsprechend Platz hat.
So groß kann die Europäische Stechpalme werden, wenn sie entsprechend Platz hat. © Jochen Heinrich © Jochen Heinrich

„In den vergangenen Jahren gab es immer Fahrrad-Touren zu den schönsten Bäumen und in Verbindung mit einer Baumpflanzung mit dem Baum des Jahres“, sagt Horst Störmer, Vorsitzender des Stadtverbandes für Heimatpflege. Die Bäume wurden dem Stadtverband immer von der Stadt Lünen, der Abteilung Stadtgrün, gespendet und auch gepflanzt. Störmer: „Stadtgrün-Mitarbeiter Enrico Schürmann ist unser verlässlicher Partner.“

In diesem Jahr stand die Stechpalme-Ilex als „Baum des Jahres 2021“ im Mittelpunkt. Als geeigneten Standort hat Schürmann einen Platz am Cappenberger See ausgesucht. Zum zweiten Mal konnte es keine Fahrradtour und keine Pflanzaktion mit vielen Teilnehmern geben – wegen der Corona-Pandemie.

Nur wenige Menschen durften bei der Pflanzaktion dabei sein. Horst Störmer begrüßte die kleine Runde mit Vorstand Peter Glaeser und Norbert Kappelhoff und bedankte sich vor allem bei Enrico Schürmann für Standort und Baum.

Die Stechpalme wurde am Cappenberger See gepflanzt, zum „Tag des Baumes
Die Stechpalme wurde am Cappenberger See gepflanzt, zum „Tag des Baumes”. © Stadtverband für Heimatpflege © Stadtverband für Heimatpflege

Heimatfreund Werner Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC ) kam mit seiner Enkelin Mia Kytzia vorbei. Störmer: „Wir wurden uns einig, Mia zur Baumpatin zu ernennen.“ Die Neunjährige freute sich sehr über diese Ehre.

Vorstandsmitglied Norbert Kappelhoff erzählte in Plattdeutsch eine lustige

Geschichte über die „Hülskrabbel“. Wer früher jemanden einen Streich spielen wollte, der legte Blätter der Stechpalme in fremde Betten, wusste Kappelhoff, der auch Mitglied des plattdeutschen Vereins Cappenberg ist. Im Norden wird der Baum auch „Hülse“ genannt.

Baumexperte Jochen Heinrich wusste viel zur Stechpalme zu erzählen. In der Wahrnehmung der Menschen ist Ilex eher ein Strauch. Die Stechpalme ist der einzige immergrüne Baum in unserer Region. „Durch die Klimaveränderung wird der Baum allmählich auch in kälteren Regionen heimisch.“ Dass die Menschen die Ilex-Zweige verwendeten, geht bis ins Mittelalter zurück. Störmer: „Früher nahm man das Grün und die Beeren als Weihnachtsschmuck.“

Die Beeren des diesjährigen
Die Beeren des diesjährigen “Baumes des Jahres” sind leicht toxisch. Am Winterende werden sie dennoch zum Futter einiger Vögel. © Jochen Heinrich © Jochen Heinrich

Die roten Beeren sind leicht toxisch, dennoch nutzen heimische Vögel sie als Nahrung, allerdings erst im Spätwinter, wenn der erste Frost schon da war. „Das beobachte ich auch oft im Garten“, so Störmer. Im kirchlichen Bereich wurde der Ilex auch als Palmersatz genutzt, deshalb auch der deutsche Begriff Stechpalme.

Auch an diesem Baum wird eine Info-Tafel angebracht, so wie an den anderen Bäumen, die in den vergangenen Jahren zum „Tag des Baumes“ gepflanzt wurden.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt
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