Der Abbruchbagger KMC1600S soll die Reste des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen für die Sprengung vorbereiten. © Daniel Claeßen
Ehemaliges Kraftwerk

Steag-Kraftwerk in Lünen: Datum für die Sprengung steht fest

Deutschlands größter Abbruchbagger ist in Lünen angekommen: Der „KMC1600S“ soll die Reste des ehemaligen Steag-Kraftwerks für die Sprengung vorbereiten. Das Datum steht mittlerweile fest.

Ein markanter Punkt aus Lünens Skyline wird bald verschwinden: Der Schornstein, der Kühlturm und das Maschinenhaus des ehemaligen Steag-Kraftwerkes werden im März endgültig gesprengt. Die Hagedorn-Gruppe aus Gütersloh, die das Gelände im Dezember 2019 von der Steag erworben hatte, will mit Hilfe der DFI Partners GmbH aus Düsseldorf eine neue Gewerbefläche in Lippholthausen entwickeln.

Betriebsleiter Ingo Schäfer bestätigte am Mittwoch (17. Februar), dass die Sprengung der großen Gebäudeteile am Sonntag, 28. März, stattfinden wird. „Das ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr“, fügte er augenzwinkernd hinzu. Die vier kleineren Sprengungen, die bisher auf dem Gelände stattgefunden hatten und für die es keine öffentliche Ankündigung gab, hatten von Mal zu Mal mehr Schaulustige angezogen. Für den großen Knall ist hingegen ein öffentliches Konzept notwendig, das Hagedorn demnächst vorstellen will.

Wie Ingo Schäfer weiter erklärte, werden der Schornstein und der Kühlturm „nahezu zeitgleich“ gesprengt. Kurz danach folgen das Maschinen- und das Pumpenhaus. Dass die Sprengung, die wohl in ganz Lünen zu hören und zu spüren sein wird, an einem Sonntag stattfindet, ist kein Zufall: Für die Maßnahmen muss das Gelände weiträumig abgesperrt werden, und an solchen Tagen herrscht gerade im Gewerbegebiet wenig Verkehr.

Bagger mit sechs Tagen Verspätung

Die Sprengungen sind der letzte Akt des Abschieds vom ersten Kraftwerk, das die Steag überhaupt in Betrieb genommen hatte. Danach wird das Gelände geräumt und anschließend für die Weiternutzung aufbereitet.

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Größter Abrissbagger rückt Steag-Kraftwerk in Lünen zu Leibe

Die Zukunft der Fläche war auch immer wieder Gegenstand in den Diskussionen des Stadtrats, der zwischenzeitlich sogar eine Resolution gegen die Hagedorn-Pläne, hier einen Logistik-Park zu errichten, auf den Weg bringen wollte. Am Ende einigte man sich darauf, gemeinsam mit dem Abriss-Unternehmen und der DFI Partners GmbH eine Lösung zu finden.

Um alles für diesen letzten Akt vorzubereiten, ist seit Montag der Abbruchbagger KMC1600S vor Ort. Der 230 Tonnen schwere Bagger war am 7. Februar in Giesingen (Baden-Württemberg) gestartet, wo er im Werk der Kiesel-Gruppe zusammengebaut worden war. Er benötigte für die 730 Kilometer lange Strecke nach Lünen insgesamt acht Tage. Eigentlich sollte die Reise nur knapp zwei Tage dauern, aber wegen des heftigen Wintereinbruchs sei man sechs Tage später angekommen als erwartet, teilte Hagedorn mit.

Am Montag (15. Januar) erreichten die neun Tieflader ihr Ziel, einen Tag später nahm der Bagger dann seine Arbeit auf und brach einen Teil des Kessels ab. Sein nächster Bestimmungsort steht auch schon fest: In Voerde hat die Hagedorn-Gruppe das nächste Kraftwerk von der Steag übernommen.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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