Auf dem ehemaligen Steag-Gelände gab es eine letzte Sprengung. © Günther Goldstein
Flächenentwicklung

Steag-Gelände in Lünen: WFG des Kreises hat für Teilfläche Vorkaufsrecht

Die Hälfte des Weges ist geschafft: Die Wirtschaftsförderung des Kreises Unna kann die nördliche Fläche des früheren Steag-Geländes in Lünen kaufen. Zum südlichen Teil laufen noch Gespräche.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG) hat bis Ende dieses Jahres das „exklusive Vorkaufsrecht“ für den nördlichen Teil des ehemaligen Steag-Geländes in Lünen.

Das erklärte Rick Mädel, Geschäftsführer der Gütersloher Hagedorn-Gruppe, am Freitag (20. August), im Gespräch mit unserer Redaktion:

„In der freien Wirtschaft würde ich sagen, das klappt auf jeden Fall. Der Kaufvertrag liegt auf dem Tisch.“

Per Handschlag besiegelt

Soll heißen, dass bei dem „per Handschlag“ (Mädel) besiegelten Verkauf an die WFG insofern ein Restrisiko besteht, weil der Kreistag das Millionengeschäft, den Kaufvertrag dem Vernehmen nach am Ende des Tages absegnen muss.

Das sollte klappen: „Wir führen schon seit längerer Zeit mit Hagedorn Gespräche über den Kauf des nördlichen Teils der Steag-Fläche, außerdem reden wir mit Hagedorn und ihrem möglichen Investor über die Südfläche.“

Das hatte Landrat Mario Löhr (SPD) erst Anfang Juni im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt: „Dass wir uns als Kreis da engagieren und die Flächen kaufen wollen, ist auch mit der Lüner Politik und Verwaltung abgesprochen.“

Gespräche über Süd-Fläche

Zum Verkauf der Südfläche des früheren Steag-Geländes an WFG machte Rick Mädel Freitag keine näheren Angaben. „Dazu laufen noch Gespräche des Kreises mit der DFI.“

Voraussetzung dafür, dass der Joint-Venture-Partner von Hagedorn, die DF Industrial Partners AG (DFI, Düsseldorf), die Südfläche an die WFG verkauft ist, dass der Kreis der DFI Ersatzflächen anbieten kann.

Potenzielle, von der WFG noch zu erwerbende Ersatzflächen sollen nach früheren Angaben von Landrat Mario Löhr in Bergkamen liegen.

Wie unsere Redaktion Freitag (20. August) aus gut informierten Kreisen weiter erfuhr, liegt genau hier das Problem: Die von der WFG auserkorene Fläche gehört einem Bergkamener Landwirt, der sich bislang hartnäckig weigert zu verkaufen. Grund sollen große unterschiedliche Preisvorstellungen sein.

Dreistelliger Millionenbetrag

Für den Kauf des kompletten Geländes steht derweil ein dreistelliger Millionenbetrag im Raum.

Das ist auch der Grund, dass sich die Stadt Lünen voll und ganz auf den Kauf der Caterpillar-Fläche in Lünen-Wethmar konzentriert. Die Verhandlungen dazu laufen nach wie vor. Daran soll auch die jüngst von der Caterpillar-Führung beschlossene Verschiebung der Werkschließung um ein Jahr auf Dezember 2022 nichts ändern.

Lüner Unternehmer bietet mit

Neben der Stadt Lünen hat sich vor wenigen Tagen auch der Lüner Unternehmer Ingo Kaiser, Chef des Erlebnisreich-Campus in Lünen-Süd, um die Caterpillar-Fläche beworben.

Nach Informationen unserer Redaktion wird der Kauf der Fläche mindestens 30 Millionen Euro verschlingen. Wie Kaiser diese Summe stemmen will, ließ er auf Anfrage weitestgehend offen. Er habe einen Finanzierungsplan, der auch Fremdkapital beinhalte. „Das ist kalkuliert und machbar“, sagte er.

Für Caterpillar am Verhandlungstisch sitzt das US-Investment-Unternehmen Jones Lang LaSalle aus Chicago (Illinois).

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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