Stadt-Mitarbeiter auf E-Bikes, ÖPNV deutlich günstiger: Rat stimmt für GFL-Anträge

Lüner Ratssitzung

Der Stadtrat schwimmt auf der Klimaschutzwelle. Deshalb stimmte er jüngst zwei GFL-Anträgen ohne Wenn und Aber zu: Es geht um Pedelecs für Verwaltungsmitarbeiter und günstige ÖPNV-Tickets.

Lünen

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Stadt-Mitarbeiter auf E-Bikes, ÖPNV deutlich günstiger: Rat stimmt für GFL-Anträge

Pedelecs sind auch in Lünen auf dem Vormarsch, bald auch in der Lüner Verwaltung? © dpa (A)

Die Ratssitzung am Donnerstag (11.) stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes: Der Stadtrat rief den Klimanotstand aus und verabschiedete nahezu einstimmig einen „Grundsatzbeschluss zum Klimaschutz“. Doch damit nicht genug.

Ganz auf Umweltverträglichkeit getrimmt, erhielten noch zwei Anträge der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) die volle Rückdeckung durch den Rat. Stichworte waren Pedelecs für Mitarbeiter der Verwaltung und günstige Bustickets für die Lüner.

Der erste, kurz und bündig gehaltene GFL-Antrag befasst sich mit der Anschaffung von Elektrofahrrädern für die Verwaltung.

Wie es in dem Antrag heißt, „möge (die Verwaltung) darlegen, welche Möglichkeiten bestehen, Elektro-Fahrräder für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung anzuschaffen, damit diese sinnvoll für Dienstfahrten zum Einsatz kommen können“. Daneben soll die Verwaltung prüfen, „inwieweit die bereitgestellten Räder auch zur privaten Nutzung überlassen werden können“.

Weil der Rat diesen Antrag super fand, will die Verwaltung erste Prüfergebnisse in der nächsten Ratssitzung am 26. September vorlegen. Man darf gespannt sein.

Das gilt im Übrigen auch für den zweiten GFL-Antrag, der sich mit einer Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) beschäftigt - natürlich ganz im Sinne des Klimaschutzes.

Der ebenfalls vom Stadtrat einstimmig abgesegnete GFL-Antrag umfasst 5 Punkte:

  • „Offensive Preisangebote wie das Angebot des „Ein-Euro-Tickets“ für Fahrten im Stadt-/Kreisgebiet oder sogar Möglichkeiten zur kostenlosen ÖPNV-Nutzung sind zu prüfen und deren Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen (...).“
  • „Offensive zur Steigerung des Serviceangebots (beispielsweise wie WLAN, kostenlose Mitnahme von Rollern und Rädern ggf. auf Fahrradanhängern auf ausgewählten Routen u.a.).“
  • „Offensive Optimierung des Streckennetzes: Aufzeigen von naheliegenden Verbesserungen des Streckennetzes und den daraus resultierenden finanziellen Mehraufwendungen insbesondere vor dem Hintergrund der offensiven Preisangebote.“
  • „Offensive Umstellung des VKU-Fuhrparks auf umweltfreundlichere Antriebssysteme; Aufzeigen der Möglichkeiten zur Umrüstung des VKU-Busfuhrparks und die dafür erforderlichen Finanzbudgets.“
  • Offensive Akquise von Fördermitteln zur ÖPNV-Finanzierung insbesondere unter Beachtung der o.g. Maßnahmen.“

Diese ÖPNV-Offensive flankiere „die Bemühungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, den riesigen Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen“, sagte GFL-Chef Dr. Johannes Hofnagel - und: „Ein Wandel auch in der kommunalen Verkehrspolitik ist überfällig.“

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