Das Archivbild zeigt das Caterpillar-Gelände in Lünen-Wethmar aus der Vogelperspektive. © Neubauer (A)
Flächenentwicklung

Stadt Lünen will Caterpillar-Gelände und nördliche Steag-Fläche kaufen

Für die Ansiedlung von Unternehmen und Arbeitsplätzen braucht es Gewerbeflächen. Die sind in Lünen Mangelware. Doch es tut sich flächenmäßig etwas - und die Stadt pokert mit.

Die Stadt Lünen will das Caterpillar-Gelände in Lünen-Wethmar und den nördlichen Teil der Steag-Fläche in Lünen kaufen. Das erfuhr unsere Redaktion aus Verhandlungskreisen.

Die Stadt hält sich trotz mehrfacher Nachfrage dazu bedeckt:

Die Verwaltung führe jederzeit Gespräche mit verschiedensten Akteuren, um für die Stadt und die Region die besten Entwicklungschancen herauszuarbeiten. Das gelte auch für Flächen, sagte Lünens stellvertretender Pressesprecher Alexander Dziedeck am Freitag (4. Dezember) – und:

„Die Stadt Lünen benötigt – wie jede Stadt – Flächen für Wohnbebauung, Verkehrsflächen, oder auch Industrie- und Gewerbeflächen. In diesem Sinne beobachtet die Stadt Lünen laufend den Markt, um Ihren Aufgaben als Verwaltung gerecht werden zu können.“

Weil die Fragen der Redaktion auf Absichten der Stadt abzielten, sagte Alexander Dziedeck weiter, „können wir immer erst dann öffentlich Stellung nehmen, wenn es eine entsprechende Willensbildung in den Gremien gegeben hat. Deshalb können wir uns zurzeit dazu nicht äußern“.

Derweil heißt es in Verhandlungskreisen, dass man bereits Gespräche mit Caterpillar über einen Kauf der Fläche geführt habe. „Wir können nur hoffen, dass sich die Amerikaner an ihr Wort halten und die Fläche an jemanden verkaufen, der dort auch Industriearbeitsplätze anbietet“, sagt ein Verhandlungsteilnehmer.

Wie bereits berichtet, will Caterpillar das Lüner Werk Ende 2021 schließen. Das Unternehmen hat sich nach früheren Betriebsrats- und Gewerkschaftsangaben verpflichtet, den Standort an Unternehmen oder Institutionen zu veräußern, die auf lange Sicht Arbeitsplätze zusichern. Ob es dazu kommt, steht derzeit in den Sternen. Es soll mehrere Interessenten für die Fläche geben.

US-Investment-Unternehmen mit dem Verkauf beauftragt

Erschwerend komme hinzu, heißt es in Verhandlungskreisen, dass Caterpillar eines der umsatzstärksten US-Investment-Unternehmen, nämlich Jones Lang LaSalle (Chicago, Illinois), jetzt mit dem Verkauf der Caterpillar-Fläche beauftragt hat: „Da kann man nur hoffen, dass die am Ende nicht nur aufs Geld gucken. Lünens finanzielle Mittel sind ja eher begrenzt.“

Interessiert ist die Stadt aber nicht nur an dem Caterpillar-Gelände, sondern auch an der nördlichen Steag-Fläche an der Moltkestraße. Bekanntermaßen gehört das Gelände seit Ende 2019 der Gütersloher Hagedorn-Gruppe. Einen Joint-Venture-Partner für die Südfläche des Geländes hat die Gruppe schon gefunden.

Gemeinsam mit Hagedorn wird die DF Industrial Partners AG (Düsseldorf) die Fläche entwickeln. Die Verwaltungsspitze und der Stadtrat wollen auf jeden Fall verhindern, dass sich dort ein Logistik-Unternehmen ansiedelt. Im Juni hat der Rat einstimmig eine entsprechende Erklärung verabschiedet. Darin heißt es unter anderem:

40 Arbeitsplätze pro Hektar mindestens

„Ziel der Stadt Lünen ist die Entwicklung eines zukunftsfähigen Gewerbe- und Industriestandortes auf der bisherigen Steag-Fläche mit qualifizierten Arbeitsplätzen (angestrebt wird dabei eine Größe von mindestens 40 Dauerarbeitsplätzen je Hektar), bei der neben wirtschaftlichen Interessen auch Belange des Klimaschutzes, der Klimaanpassung, der Energieversorgung sowie ökologische Kriterien (Lippeaue) hinreichend beachtet werden müssen. Angesichts der Nähe zum Wohngebiet Geist sollen stark emittierende Betriebe nicht zugelassen werden.“

Die Nordfläche des Kraftwerkareals zählt 106.000 Quadratmeter und befindet sich derweil noch im Besitz der Hagedorn-Gruppe. Bezüglich der Entwicklung dieser Fläche steht Hagedorn-Geschäftsführer Rick Mädel nach eigenen Angaben bereits mit unterschiedlichen Interessenten in Kontakt. Einer davon ist die Stadt Lünen.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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