Ab dem 8. März darf wieder Jugendfußball-Training mit bis zu 20 Kindern stattfinden. © dpa (Symbolbild)
Fußball

Sport mit 20 Kindern erlaubt: Findet bei den Lüner Klubs wieder Jugendtraining statt?

Die neuen Beschlüsse machen es möglich: Ab dem 8. März dürfen bis zu 20 Kinder wieder ohne Einschränkungen im Freien Sport treiben. Jugendfußball-Training ist also auch in Lünen wieder gestattet.

Während bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 im Seniorenbereich ab dem 8. März maximal fünf Personen aus zwei Haushalten draußen Individualsport betreiben dürfen, sieht das bei Kindern anders aus.

Bei den gleichen Werten dürfen maximal 20 Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren draußen – ohne an direkte Abstandsregeln gebunden zu sein – Sport treiben. Aber heißt das, dass bei den Lüner Vereinen ab Montag direkt wieder Jugendtraining stattfindet? Das sagen die Verantwortlichen dazu.

Konzepte aus dem vergangenen Jahr helfen

„Ich habe schon kurz nach der Bekanntgabe die ersten Nachrichten von Trainern bekommen, ob sie ab Montag wieder trainieren können“, sagt Stephan Polplatz, Geschäftsführer und Hygiene-Beauftragter von Westfalia Wethmar sowie Trainer der E1-Mannschaft. „Auch mein Co-Trainer hat direkt gefragt: Wann können wir wieder?“

Die Euphorie musste Polplatz aber bremsen. Die Stadt Lünen müsse den Vorschlag erstmal in ihre Corona-Regeln aufnehmen. Als gelernter Verwaltungsfachwirt weiß er, wovon er redet und will deswegen zunächst abwarten.

„Ich bin guter Hoffnung, dass wir ab dem 15. März mit dem Training beginnen können. Wir haben ja noch das Schutzkonzept aus dem ersten Lockdown. Zusätzlich werden wir auch die App des FLVW nutzen“, so der Westfalia-Verantwortliche.

Stephan Polplatz ist optimistisch, dass ab dem 15. März wieder Kinder-Training bei Westfalia Wethmar stattfinden kann.
Stephan Polplatz ist optimistisch, dass ab dem 15. März wieder Kinder-Training bei Westfalia Wethmar stattfinden kann. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat eine extra an den Sport angepasste App entwickelt, um Personenkontakte und Kontaktzeiten nachzuhalten. „Die würde das Ganze einfacher machen. Aber wir haben das auch ohne im ersten Lockdown gut gehandhabt und keine Anfrage vom Gesundheitsamt bekommen. Deswegen gehe ich davon aus, dass es bei uns keine Infektionen gab“, sagt Polplatz.

Sollte es demnächst wieder losgehen, würde man wie beim letzten Mal wieder mit festen Trainingsgruppen starten. Alle Teams hätten jeweils zwei bis drei Trainer, die einzelne Gruppen betreuen könnten.

Prediger: „Das ist keine glückliche Entscheidung“

Zuhause bleiben müsste also kein Kind, weil die Mannschaft mehr als 20 Spieler hat. „Wir haben es darauf angelegt, dass die Teams nicht zu groß sind. Dafür haben wir lieber eine dritte und vierte F-Jugend gemacht“, erklärt Polplatz.

Genau solche Sorgen hat man aber beim BV Brambauer. „Bei den Mini-Kickern bis zur F-Jugend müssten Spieler zuhause bleiben“, sagt Klaus Prediger, stellvertretender Jugendleiter. „Das ist keine glückliche Entscheidung. Das geht mir zu schnell.“

Ob und wie Jugendtraining in Brambauer stattfinde, konnte Prediger am Freitag (5. März) noch nicht sagen. In der kommenden Woche werde man darüber sprechen. Auch bei BW Alstedde gibt es dazu noch keine konkreten Pläne.

„Wir sind erstmal noch vorsichtig. Aber wir müssen auch nichts groß vorbereiten, einfach das Tor öffnen“, wäre laut dem zweiten Jugendleiter, Manuel Rebiger, auch ein kurzfristiger Start möglich. Anfragen habe er bislang aber nur von den Trainern einer Mannschaft erhalten. „Es sind alle noch vorsichtig.“

Manuel Rebiger, hier noch als Aktiver beim BV Lünen, ist jetzt zweiter Jugendleiter bei BW Alstedde.
Manuel Rebiger, hier noch als Aktiver beim BV Lünen, ist jetzt zweiter Jugendleiter bei BW Alstedde. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Auch für Rebiger sei die Öffnung etwas zu schnell gekommen. „Man hätte lieber noch zwei Wochen warten sollen, bevor in vier Wochen vielleicht wieder alles zu ist. Trotzdem würde ich mich freuen, die Kinder wieder rauszulassen.“

Aktuell gebe es im Klub aber auch noch andere Sachen zu tun. „Der Druck wäre da, wenn nächste Woche auf einmal alle Vereine aufmachen. Dann würden wir auch überlegen“, so Rebiger.

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Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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