Filmemacher aus Lünen erhält besonderen Preis und präsentiert neue Idee

dzFilmer Uwe Koslowski

Freudige Überraschung für den Lüner Filmer Uwe Koslowski. Beim Bundesfestival der Filmautoren gewann einer seiner Filme die Silbermedaille. Ansporn für ein weiteres Projekt von ihm.

Alstedde

, 13.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollten sich Filmer aus der ganzen Bundesrepublik in Fuldabrück in Nordhessen treffen, zum Bundesfestival. Doch dann kam die Corona-Krise und der Veranstalter, der Bundesverband deutscher Filmautoren (BDFA), entschied sich, das Festival online zu veranstalten.

Für den bekannten Lüner Filmer Uwe Koslowski („Lünen von oben“) war das Festival dennoch ein großer Erfolg. Sein Film „Haus des Lebens“ über das Lüner Hospiz am Wallgang bekam eine Silbermedaille. Und - was den 51-Jährigen noch mehr freut - sein Film wurde weitergeleitet zu den Deutschen Filmfestspielen in Erfurt. Die werden vom 11. bis 14. Juni in der thüringischen Landeshauptstadt stattfinden. „Mit ganz großer Wahrscheinlichkeit wohl auch online“, vermutet Koslowski.

Sein elfminütiger Film über Menschen im Lüner Hospiz lief zunächst auf Club- und Regional-Ebene, startete dann beim Landeswettbewerb und bekam nun eine Silbermedaille in Fuldabrück.

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Fünfköpfige Jury

„Eigentlich sollten die Filme dort im Filmtheater vor Publikum laufen. Wegen Corona musste das Ganze online stattfinden, aber nicht öffentlich“, so Koslowski. Das Problem war, dass die meisten Filme zwar im Rahmen eines Festivals vor Publikum gezeigt, aber wegen der Vereinbarungen mit der Gema nicht öffentlich online abgerufen werden können. Nur einige Filme können öffentlich präsentiert werden, darunter auch Koslowskis Film, der ohnehin auf seinen Youtube-Kanal verlinkt ist.

Eine fünfköpfige Jury entschied dann über die Gewinner von Bronze, Silber und Gold. „Insgesamt wurden in den verschiedenen Genres 14 Silber-Medaillen vergeben“, so Koslowski. Das Wichtigste ist für ihn aber die Weitermeldung des Films an die Erfurter Festspiele. „Da fühlt man sich als Filmemacher sozusagen geadelt. Es ist schon eine Anerkennung meiner Arbeit.“ Zumal die Juroren von Fuldabrück alle vom Fach waren.

Zwei weitere Filme

Zum dritten Mal wird dann ein Film des Lüner Filmers bei den Festspielen gezeigt. „Ich hatte dort auch schon meinen Film über die Segelflieger in Lünen und eine Kurzversion meines Films über die Kinogeschichte in Lünen“, erzählt der 51-Jährige, der in Alstedde lebt.

Eine Szene aus dem Film über das Lüner Hospiz am Wallgang mit Hospizhund Amano.

Eine Szene aus dem Film über das Lüner Hospiz am Wallgang mit Hospizhund Amano. © Koslowski

Für seinen Film über das Hospiz hat Koslowski mit dem Leiter gesprochen, drehte Szenen bei der Ausbildung des Hospizhundes und interviewte eine Klangtherapeutin.

„Bewusst habe ich die Hausgäste nur dezent gezeigt.“ Koslowski wollte mit dem Film nicht auf die Tränendrüse drücken, sondern ein positives Gefühl vermitteln, auch wenn das Thema traurig ist. „Dort werden Herzenswünsche erfüllt und die Menschen sehr gewertschätzt.“

Koslowski arbeitet zurzeit an einem neuen Projekt. Und das hat mit dem Buch „Hundert und eine Erzählungen“ von Dr. Widar Lehnemann, Fredy Niklowitz und Wilfried Heß zu tun. Das Buch, an dem die drei Autoren lange Zeit gearbeitet haben, war nach kurzer Zeit vergriffen. Es ist zu aufwändig und zu teuer, eine zweite Auflage herauszubringen.

Die drei Autoren des Buches „Hundert und eine Erzählung“: (v.l.) Dr. Widar Lehnemann, Wilfried Heß und Fredy Niklowitz. Zu einigen der Geschichten dreht Uwe Koslowski jetzt einen Film.

Die drei Autoren des Buches „Hundert und eine Erzählung“: (v.l.) Dr. Widar Lehnemann, Wilfried Heß und Fredy Niklowitz. Zu einigen der Geschichten dreht Uwe Koslowski jetzt einen Film. © Rottgardt

Schon bevor das Buch veröffentlicht wurde, hatte Koslowski überlegt, eine DVD mit einigen der Geschichten herauszubringen. „Natürlich nicht alle 101 Erzählungen, das wäre zu viel. Aber ich suche mir 33 bis 35 Erzählungen heraus.“ Ein professioneller Sprecher wird die Sagen und Geschichten aus Lünen und Umgebung lesen. Koslowski „illustriert“ die spannenden Erzählungen dann mit Bildmaterial, zeigt, wie die Schauplätze heute aussehen. „Es gibt kurze Sagen, aber auch Geschichten, die etwa drei Minuten dauern, da braucht es schon einiges an Bildern“, so Koslowski.

Einiges an Filmmaterial kann er aus seinem eigenen Archiv beisteuern. So auch Szenen aus Cappenberg oder Lanstrop, die er für seine DVDs „von oben“ gedreht hat. Mit der Kamera war er auch schon mehrmals in Wilbringen zwischen Brambauer und Waltrop, um Details in der Ruine zu filmen. Die DVD soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.

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