Siebtes Lüner Nazi-Opfer

LÜNEN Viele Jahre erinnerte man am Karfreitag an sechs Lüner, die am Karfreitag 1945 im Dortmunder Rombergpark von den Nazis erschossen wurden, weil sie Widerstand gegen das Regime geleistet hatten. Jetzt stellte sich bei Recherchen zum Buch "Mörderisches Finale" heraus, dass noch ein siebter Lüner an diesem Tag von der Gestapo im Rombergpark ermordet worden ist.

von Von Beate Rottgardt

, 21.03.2008, 13:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Legten den Kranz für die SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker nieder: Marie-Luise Schulz, stellv. Vorsitzende des Ortsvereins Lünen-Süd, und Jens Hebebrand, Vorsitzender SPD-Oberbecker.

Legten den Kranz für die SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker nieder: Marie-Luise Schulz, stellv. Vorsitzende des Ortsvereins Lünen-Süd, und Jens Hebebrand, Vorsitzender SPD-Oberbecker.

Bei der Karfreitags-Gedenkveranstaltung im Südpark nannte Isa Nigge vom Internationalen Rombergpark-Komitee heute den Namen des siebten Opfers - Alex Uesseler. "Er war ehemaliges Ratsmitglied in Lünen, ist dann nach Lüdenscheid gezogen, wo er auch verhaftet wurde", so Isa Nigge. Wie die schon lange bekannten Widerstandskämpfer Johann Berg, Jakob Bink, August Dombrowski, Bernhard Höltmann, Johann König und Josef Kriska wurde auch Uesseler am Karfreitag 1945 erschossen - wenige Tage vor Kriegsende.

Wer war dieser Mann?

"Es wäre schön, wenn Lüner Historiker diese Recherchen zum Anlass nehmen, um zu erforschen, wer dieser Mann war", appellierte Isa Nigge. So wie sie erinnerten auch SPD-Ratsfrau Christiane Mai, der evangelische Pfarrer i.R. Rolf Lemm und der katholische Geistliche Bernhard Dlugosch in eindringlichen Worte an die Widerstandskämpfer und an die Greuel des Nationalsozialismus. Tenor aller Redner: Wir müssen aufpassen, dass so etwas nicht noch einmal geschieht, uns engagieren und uns den Mut der Ermordeten als Beispiel nehmen.

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