Die Türen des Stabilo Bau- und Fachmarktes sind geschlossen. Man muss anrufen, damit man eingelassen wird. © Denise Felsch
Shopping und Corona

Selbsttest in Lünen: Bekommt man spontan einen Termin im Baumarkt?

Seit Montag (8.3.) darf man im Kreis Unna wieder Geschäfte betreten - aber nur nach Terminvereinbarung. Ob eine Anmeldung vorab wirklich notwendig ist, hat unsere Autorin getestet.

Spontan losziehen und etwas besorgen – momentan ist das noch nicht möglich. Seit Montag (8.3.) können Kundinnen und Kunden zwar Geschäfte wieder betreten, müssen sich dafür aber vorab anmelden. Das schreibt die aktualisierte Coronaschutzverordnung des Landes NRW vor. Außerdem darf sich nur ein Kunde auf 40 Quadratmetern aufhalten.

Der Stand der Dinge vor den Neuerungen war: Abholungen sind per Click and Collect bei der Warenausgabe der Baumärkte möglich. Diese Art des Einkaufens besteht noch immer, die Ware soll in der Regel nach zwei Stunden abholbereit sein. Aber jetzt ist auch ein Einkauf per „Click and Meet“ möglich, bei der ich als Kunde auch wieder selbst ins Geschäft darf. Wenn ich einen Termin habe. Allerdings gibt es einigen Spielraum bezüglich der Verordnung – diese schreibt nämlich nicht vor, zu welchem Zeitpunkt ein Termin vereinbart werden muss. Die große Frage ist also: Ist es spontan möglich, zu einem Geschäft zu fahren und einzukaufen? Ich bin losgezogen, um diese Theorie in Lüner Baumärkten zu testen.

Geschlossene Türen, Einlass bei Anruf

Die erste Station ist der Stabilo Bau- und Fachmarkt in Lünen. Dort sind die Schiebetüren verschlossen, auf Plakaten ist groß die Telefonnummer des Marktes aufgedruckt mit der Aufforderung, die Nummer zu kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren. Ich rufe an und habe schnell einen freundlichen Mitarbeiter in der Leitung. „Ja, Sie können vorbeikommen“, sagt man mir. Als ich erwähne, dass ich bereits vor der Tür stehe, kommt der Mitarbeiter und öffnet mir. Am Eingang muss ich erst einmal einen Zettel ausfüllen – wie in den Restaurants mit Kontaktdaten und Telefonnummer. Ich hinterlege auch den Zeitraum meines Aufenthalts.

Mit einem Einkaufswagen ausgestattet streife ich durch den gespenstisch leeren Markt. Sicher, es ist gerade Mittagszeit, aber dennoch fühlt es sich seltsam an, dass neben mir nur ein älteres Ehepaar im Laden ist. Ich finde nicht, was ich suche – für meinen spontanen Einkauf habe ich mir vorgenommen torffreie Blumenerde zu besorgen -, also gebe ich meinen Zettel am Eingang ab und verabschiede mich.

Beim Toom-Baumarkt ist links der Einlass, rechts geht es wieder raus.
Beim Toom-Baumarkt ist links der Einlass, rechts geht es wieder raus. © Felsch © Felsch

Ich fahre also eine Station weiter zum Toom-Baumarkt. Hier ist definitiv etwas mehr los, der Parkplatz sieht gut gefüllt aus. Grund genug, mich abzuweisen, weil alle Termine schon vergeben sind? Ich betrete mit einem Einkaufswagen den Eingangsbereich. Dort empfängt mich ein Mitarbeiter an einem kleinen Stehtisch, fast wie bei einem Empfang. „Ich habe keinen Termin“, sage ich. „Darf ich trotzdem in den Markt oder ist das nicht möglich?“ Der Mann versichert mir, dass es kein Problem sei – und auch hier fülle ich mein Zettelchen aus, desinfiziere meine Hände und kann dann den Markt betreten.

Ungewohnte Interaktionen im Geschäft

Ich schlendere durch die Regale zur Gartenabteilung. Dort finde schließlich auch das, was ich suche – torffreie Blumenerde. An einer Stelle muss ich mich sogar vorsichtig an zwei anderen Kunden vorbeischieben. Wir lächeln uns an, glaube ich. Zumindest ich lächele unter meiner Maske. An der Kasse überlege ich mir, ob ich mir noch etwas zu trinken kaufe. Ein Kunde spricht mich an: „Stehen Sie schon an oder kann ich vorbei?“ Ich bin für einen Augenblick irritiert, denn solche Interaktion bin ich gar nicht mehr gewohnt.

Ich lasse den Mann passieren und stelle mich dann selbst mit 40 Litern Blumenerde und einer Flasche Wasser an. Mein Einkauf hat keine zehn Minuten gedauert und schon bin ich wieder draußen. Die spontane Terminvereinbarung war erfolgreich.

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch
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