Einen Tag später lassen noch Spuren erahnen, was an der Kreuzung passierte. © Robin Albers
Verkehr

Schwerer Unfall: „Sah schlimm aus, wie das Auto aufgespießt dastand“

Auch am Tag danach sind die Spuren des schweren Unfalls in Körne noch sichtbar, bei dem eine Lünerin und ein Dortmunder verletzt wurden. Die Polizei nennt neue Details.

Kurz vor Anpfiff des ersten Spiels der Deutschen Elf in der diesjährigen Europameisterschaft kam es am Dienstagabend zu einem schweren Unfall in Körne. Zwei Fahrzeuge krachten an der Kreuzung Berliner Straße und Paderborner Straße gegen 20.30 Uhr „fast ungebremst“ ineinander. Beide Fahrer wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus – eine 19-jährige Lünerin sogar schwer.

Auch einen Tag später sind noch Spuren von diesem schweren Unglück zu sehen. Die beiden zerstörten Fahrzeuge sind zwar abgeschleppt worden. Aber die Markierungen sind auf dem Boden noch deutlich sichtbar, die die Polizei zur Unfallaufnahme hinterlassen hat.

Ein lauter Knall zog durch die Nachbarschaft

In der Gegend gibt es viele Mehrfamilienhäuser, direkt an der Kreuzung stehen Altkleider-, Altglas- und Altpapier-Container. Eine junge Frau entsorgt dort am Mittwochnachmittag gerade diversen Müll. Sie selbst wohnt nicht direkt an der Kreuzung, sondern nach eigener Angabe „eine Straße weiter“, ihr Balkon liegt in die entgegengesetzte Richtung zur Berliner Straße und Paderborner Straße. Der Unfall hat die Frau dennoch erschreckt, denn: „Es hat herbe laut gerumst!“

Auch ein Jugendlicher, der die Berliner Straße Richtung Körner Hellweg hinunterläuft, um die Bahn in die Innenstadt zu nehmen, hat den Unfall nicht gesehen – aber deutlich gehört. „Ein richtig lauter Knall“ sei durch die Nachbarschaft gedonnert.

Was genau passiert sei, wisse er nicht, er interpretiert die Polizei-Markierungen aber so, dass der Unfall wohl schlimm gewesen sein muss. Und dass wohl ein Auto gegen einen Poller an der Kreuzung geknallt sein muss, weil einer von ihnen umgeknickt ist.

Wagen macht 270-Grad-Drehung

Er hat die Markierungen richtig interpretiert. Kristina Purschke, Sprecherin der Polizei Dortmund, erklärt, wie es zu dem Unfall kam: Die 19-Jährige sei mit ihrem Mini Cooper die Berliner Straße Richtung Norden hochgefahren. An der Ecke zur Paderborner Straße habe sie den Wagen des 65-Jährigen VW-Passat-Fahrers übersehen. Der hatte Vorfahrt, an der Kreuzung gilt „Rechts vor Links“.

Der Passat sei dann in den rechten hinteren Teil des Minis der Lünerin geknallt, wodurch der Wagen laut Purschke „sich um 270 Grad gedreht“ habe. Der Passat wurde bei dem Zusammenstoß gegen einen Poller gedrückt, wodurch der hintere Teil des Wagens „in der Luft stand“, so Purschke. Deshalb musste die 19-Jährige auch von der Feuerwehr aus ihrem Mini Cooper befreit werden.

Ein Mini und ein VW Passat rauschten am Dienstagabend gegeneinander. Beide Fahrer mussten in Krankenhäuser gebracht werden.
Ein Mini und ein VW Passat rauschten am Dienstagabend gegeneinander. Beide Fahrer mussten in Krankenhäuser gebracht werden. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Ein älterer Mann aus der Nachbarschaft ist am Dienstag auf seinem Nachhauseweg nach dem Einkauf beim nahegelegenen Aldi an der Unfallstelle vorbeigelaufen, wohl nur wenige Minuten, nachdem der Zusammenstoß passierte, erzählt er am Mittwoch vor Ort. „Das sah schon schlimm aus, vor allem, wie das eine Auto aufgespießt dastand“, erzählt er.

Er habe aber nur kurz geschaut und sei dann weiter, er sei schließlich „kein Gaffer“, das möge er nicht – besonders, wenn die Leute mit ihren Smartphones Fotos machten. Die Bilder von dem Unfall habe er trotzdem noch vor Augen: „Da macht man sich schon Gedanken, dass einem das nicht selbst passiert – oder seinen Liebsten.“

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 27.000 Euro. Neuigkeiten zum Zustand der Verletzten konnte sie bis zum Redaktionsschluss (Mittwoch, 16.6., 17.30 Uhr) nicht mitteilen.

Ein Auto wurde aufgespießt

In der guten Stunde, die unser Reporter einen Tag nach dem Unfall an der Kreuzung verbringt, gibt es öfter Begegnungen von Autos, die dem Beobachter durchaus heikel erscheint. Rechts vor Links scheint dort nicht so wirklich präsent z7u sein. Zumindest lässt sich deutlich beobachten, dass einige Autofahrer sehr hart „in die Eisen“ gehen müssen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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