Im Schwarzlohn-Prozess gegen einen Lüner hat am Freitag ein Bauingenieur als Zeuge ausgesagt. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess: War der Lüner der heimliche Chef?

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen gehen die Richter mehr und mehr der Frage auf den Grund: Wer war der Chef der mutmaßlich betrügerischen Baufirma aus Witten?

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen hat am Freitag ein Bauingenieur den Richtern am Bochumer Landgericht Rede und Antwort gestanden. Im Wesentlichen ging es dabei um die Fragen: Wer war der Chef der mutmaßlichen Schwarzarbeit-Firma? Der Lüner Angeklagte? Oder der Ex-Bauunternehmer aus Witten?

„Der Mann aus Lünen hat immer das Wort, der andere war nur sporadisch vor Ort“, erinnerte sich ein Bauingenieur an die Zusammenarbeit mit der Firma bei Rohbauarbeiten am Dortmunder Phoenixsee. Ob der mitangeklagte Ex-Bauunternehmer aber deswegen tatsächlich als Strohmann bezeichnet werden könnte, konnte und wollte der Zeuge nicht beantworten. „Mir war wichtig, dass mein Projekt lief, um den Rest habe ich mich nicht gekümmert“, hieß es.

Schaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro

Im Vergleich zu dem vor Ort eingesetzten Bauleiter der Wittener Firma habe der Lüner Angeklagte aber jedenfalls „so etwas wie den Vorgesetzten gegeben“, so der Zeuge.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aus Lünen gemeinsam mit seinem Ex-Firmenchef von 2014 bis 2017 ein Schwarzlohn-System im Unternehmen eingerichtet hat. Laut Anklage soll ein Sozialversicherungs- und Steuerschaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro entstanden sein. Das Verfahren gegen die anfangs mitangeklagte Frau (39) des Lüners war zuletzt gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt worden.

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