Spätestens seit der Coronakrise kennt jeder digitale Lernplattformen wie Iserv oder Logineo. In Lünen sollen die Schulen im nächsten Schuljahr Geld von der Stadt für kostenpflichtige Plattformen bekommen. © picture alliance/dpa

Schulen in Lünen sollen Geld für kostenpflichtige Plattformen bekommen

Geht es nach dem Willen des Bildungsausschusses, bekommen die Schulen in Lünen Geld, um damit kostenpflichtige Lernplattformen zu finanzieren. Erst einmal nur für das nächste Jahr.

5 Euro pro Schüler sollen die Schulen in Lünen für das kommende Schuljahr 2020/21 bekommen, um kostenpflichtige Lernplattformen weiterhin nutzen zu können. Über den dazugehörigen Antrag der CDU wurde in der Erörterungskonferenz des Bildungsausschusses beraten.

50.000 Euro sollen dafür im städtischen Haushalt 2021 eingestellt werden, heißt es weiter. Ganz fix ist die Summe aber noch nicht, wie Tobias Ortmann (CDU) vor dem Ausschuss erklärt „Die Summe ist eine Abschätzung. Die Verwaltung sollte das nochmal prüfen, bevor das in den Haushalt kommt.“

Klar hingegen ist der Grund des Antrags: Die Schulen sollen auch im kommenden Schuljahr mit den bislang verwendeten Lernplattformen weiterarbeiten können, auch wenn sie kostenpflichtig sind. Und bei der Begrenzung auf ein Jahr soll es auch, zumindest Stand jetzt, erst einmal bleiben. Unterstützung gibt es dafür von SPD, GFL und den Grünen. Wenn auch mit Einschränkungen.

Einheitliche Lernplattform als Ziel

„Ziel muss sein, dass wir eine einheitliche Lernplattform haben. Das ist gerade jetzt aber nicht gut möglich“, sagte Nina Kotissek (SPD) dazu. Deswegen werde man dem Antrag zustimmen, solange es erst einmal für ein Jahr sei. Unter dieser Voraussetzung sei auch die GFL gewillt, dem Antrag zuzustimmen, wie Kunibert Kampmann erklärte. „Letztendlich gibt es aber ein Programm des Landes.“

Gemeint ist die kostenlose Plattform Logineo. Weil die in der Vergangenheit aber noch einige Probleme machte, haben viele Schulen, auch in Lünen, sich für kostenpflichtige Alternativen, etwa Iserv, entschieden.

„Auch Iserv hat seine Probleme“, erklärte Reinhold Bauhus, Schulleiter der KKG im Laufe der Debatte. Eine problemfreie Plattform gebe es auch nicht. Die Zeit musste coronabedingt dennoch überbrückt werden, dafür bräuchten die Schulen eben Geld.

Abstimmung erfolgt im HFA

„Logineo ist nicht so schlecht, wie alle sagen. Das habe ich selbst jetzt auch bei meinen Kindern erlebt“, ergänzt Ortmann später. Geht es nach dem Willen der Stadt, soll Logineo die Plattform der Wahl sein, wie Horst Müller-Baß erklärte. Sie werde laufend weiter überarbeitet. Die Debatte wird noch weitergehen. Für die Schulen soll es im kommenden Jahr aber erst einmal finanziellen Rückhalt geben. Zumindest im Votum des Fachausschusses gab es am Ende ein einstimmiges Ergebnis.

Verbindlich ist das allerdings noch nicht, weil über eine Zoom-Konferenz keine rechtsfesten Abstimmungen möglich sind. Es dient eher als Stimmungsbild. Die Entscheidung fällt am Donnerstag (4. März) im Haupt- und Finanzausschuss (HFA).

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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