Das Klassenzimmer leer, die Lehrerin am Laptop – das wäre genau der richtige Weg. Zumindest für die Oberstufe. © Foto: dpa/Montage: Sauerland
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Schulen in Lünen setzen nicht nur auf digitales Lernen im Lockdown

Digitales Lernen ist das Wort der Stunde. Auch an allen Lüner Schulen geht es in den Distanzunterricht. Doch nicht überall wird ausschließlich auf digitale Lernplattformen gesetzt.

Jede Schule handhabt die Umsetzung des in dieser Woche verordneten Distanzunterrichts unterschiedlich.

An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) etwa wird der Stundenplan eins zu eins Online abgebildet. „Jeder Schüler soll zu Beginn jeder Unterrichtsstunde erreichbar sein und bekommt dann Aufgaben zugeteilt, die er in einer gewissen Zeit zu erarbeiten und dann abzugeben hat“, erklärt Schulleiter Reinhold Bauhus.

Das für seine Schule erarbeitete Konzept nennt er einen Wechsel zwischen Synchronlernen und Asynchronlernen. Schülern, denen kein digitales Endgerät zur Verfügung steht, werden die Unterrichtsmaterialien per Post zugeschickt. Allerdings machen dem Schulleiter noch diejenigen Familien Sorgen, bei denen sich mehrere Geschwister ein Gerät teilen müssen. „Das ist noch ein großes schwarzes Loch“, sagt Bauhus.

Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wurde kein einheitliches Unterrichtskonzept erarbeitet. Schulleiter Heinrich Kröger gibt sich gelassen: „Mit dem Distanzlernen haben wir ja schon Erfahrungen“, sagt er.

„So vielfältig unser Kollegium ist, so vielfältig wird auch der Distanzunterricht gestaltet sein“, sagt er und spricht von Wochenplänen, Videokonferenzen und zu erarbeitenden Aufgaben. Zu den 20 bis 25 Prozent der FSG-Schüler, die nicht über digitale Endgeräte verfügen, kommentiert er: „Die Wege sind bereits erarbeitet, auch diese Schüler zu erreichen.“

Digitale Fragestunden geplant

„Ich hätte es mir anders gewünscht, aber jetzt machen wir das Beste daraus“, merkt Iris Lüken, Schulleiterin der Osterfeldschule und Sprecherin der Grundschulleiter, an. Sie erarbeitet bereits seit Mittwoch Konzepte. „Als Hauptkomponente des Distanzunterrichts übergeben wir zu Beginn jeder Woche Materialpakete“, sagt sie. „Die Klassenlehrer werden die Abholung in der Schule koordinieren.“

Diese Pakete sollen nicht nur Arbeitsblätter enthalten, sondern auch andere didaktische Materialien. Außerdem setzt sich Lüken dafür ein, dass jeder Fachlehrer einmal täglich eine digitale Fragestunde anbietet.

Für Erstklässler ist Unterricht per Videochat geplant. Dass nur etwa die Hälfte der Osterfeldschüler Zuhause digital ausgestattet ist, bereitet ihr allerdings Sorge. Diese Kinder in die Notbetreuung kommen zu lassen, sei allerdings auch keine Lösung: „Die Schule verfügt über 35 I-Pads, die Zahl der Kinder, die keine Endgeräte haben liegt aber bei 100.“

Mit Blick auf die anderen Lüner Grundschulen gebe es nur eine klare Linie: „Jeder macht, was geht. In den vier Grundschulen ‚mit besonderen Herausforderungen‘ werden die Materialpakete Priorität haben, an den anderen kann es auch deutlich digitaler zugehen“, so Lüken.

Knackpunkt Zeugnisse

Ein großer Knackpunkt für alle Schulen ist die Zeugnisvergabe, die Ende Januar ansteht. Dazu gibt es von Ministeriumsseite noch keine Vorgaben. Während Bildungsministerin Gebauer in einer Pressekonferenz am Mittwoch (06.01.) betonte, durch den langen Präsenzunterricht im vergangenen Jahr bestünden keinerlei Lerndefizite bei den Schülern, sehen das die Lüner Schulleiter ganz anders.

Alle notwendigen Klassenarbeiten seien am KKG zwar schon vor den Weihnachtsferien geschrieben worden, aber durch Quarantänezeiten hätten sich große Defizite entwickelt, so Schulleiter Bauhus. Er wünscht sich Spielraum, um den Stoff aufzuholen.

Auch Iris Lüken ist besorgt. Allerdings weniger wegen der Viert-, als der Erstklässler, bei denen jetzt die Grundlagen gelegt werden. „Wir geben aber unser Bestes, damit im Distanzunterricht nicht so viel Differenz entsteht.“ Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium werden fehlende Klassenarbeiter unter strenger Einhaltung der Hygienerichtlinien noch in Präsenz geschrieben.

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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