Die Stadtverwaltung ist einer der größten Arbeitgeber in Lünen. Seit Corona gibt es viele neue Arbeitsmöglichkeiten im Home Office. Natürlich ist das nicht für alle der über 1000 Beschäftigen möglich. © Goldstein
Corona und Schulden

Schuldnerberatung der Stadt Lünen wegen Corona-Folgen mehr gefragt

Die Corona-Pandemie zwingt auch Lüner Privathaushalte in die Knie. In ihrer Not, wenden sich Betroffene zunehmend an die Schuldner- und Insolvenzberatung der Stadt. Fragen und Antworten:

Hat die Schuldnerberatung der Stadt Lünen durch die Corona-Pandemie mehr zu tun?

Durch die Folgen der Corona-Pandemie verstärken sich die wirtschaftlichen Notlagen, was sich auch in der Arbeit der Schuldner- und Insolvenzberatung der Stadt Lünen bemerkbar macht. Das heißt?

Eine größere Nachfrage des Beratungsangebots wird unter dem Blickwinkel der Corona-Pandemie auch für dieses Jahr aufgrund der Auswirkungen von längerfristiger Kurzarbeit und Verlust von Arbeitsplätzen, insbesondere im Niedriglohnsektor, erwartet. Gescheiterte Selbständigkeit wird ebenfalls ein zu berücksichtigender Faktor sein. Zum Jahresanfang 2021 ist ein Anstieg der Beratungsanfragen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 20 Prozent zu verzeichnen. Der Anteil der weiblichen Ratsuchenden hat sich dabei leicht erhöht, aktuell sind 52 Prozent der Klienten Frauen.

Lässt sich die Zahl derer, die im Corona-Jahr 2020 Hilfe suchten, beziffern?

Eine Auswertung der Jahresstatistik 2020 erfolgt Ende März dieses Jahres.

Trotzdem: Wer war betroffen und warum?

Hauptgründe für eine Überschuldung waren Arbeitslosigkeit, Trennung und Scheidung, sowie Krankheiten – einschließlich Suchterkrankungen. Weitere Gründe der Kontaktaufnahme mit der Schuldner- und Insolvenzberatung waren längerfristige Niedrigeinkommen, unwirtschaftliche Haushaltsführung und gescheiterte Selbstständigkeit.

Wer war davon hauptsächlich betroffen?

Die größte Gruppe der Ratsuchenden bildete mit rund 43 Prozent die Personengruppe der ledigen und/oder alleinerziehenden Schuldnerinnen und Schuldner.

Wie oft endete das Ganze in einer Privatinsolvenz?

Im Jahr 2020 wurden etwa 60 entsprechende Anträge gestellt. Wegen einiger Änderungen im Insolvenzrecht und der damit einhergehenden Laufzeitverkürzung der Privatinsolvenz auf 36 Monate wird – zusätzlich zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie – eine Steigerung der Antragszahlen im Jahr 2021 erwartet.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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